Teil eines Werkes 
13. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Weihnachtsmärchen. 235

und der Holzſchneider ſagte dem Jäger, er müſſe jetzt den kleinen Baum der aus dem Tannenzapfen hervorgekommen ſei, ruhig wachſen laſſen, bis er nach einer beſtimmten Zeit plötzlch anfange in die Höhe zu wachſen;dann wird er ſich in der dritten Nacht unter ſeinen Wurzeln öffnen und der entzauberten Prinzeſſin den Ausgang gewähren. Wenn dies geſchehen wird, werde ich zurückkehren, wo ich auch ſein mag, denn der kleinſte Splitter vom Baum eines Elfenholzes, den ich noch übrig habe, wird mir dieſe Stunde genau anzeigen.

Nach dieſer Verabredung reichten ſie ſich ihre Hände, nahmen herzlichen Abſchied von einander und der Eine ging hierhin, der Andere dorthin.

Um eben dieſe Zeit ſprach der Pflegevater des jungen Jägers oftmals mit ſeiner Schweſter darüber, daß es jetzt wohl Zeit ſei, ſich nach einer Frau für Guſtav umzuſehen. Doch wollte er gern eine für ihn ſuchen, die alle möglichen guten Eigenſchaften in ſich vereinigte; ſie ſollte ſchön und brav ſein, nebenbei, meinte der Förſter, könne es auch nicht ſchaden, wenn ſie mit ziemlichem Gelde verſehen ſei. Aber er hatte bisher immer vergeblich nach einer ſolchen geſucht, denn wenn er ſich auch zuweilen im Stillen bei ſeinen Nachbarn umgeſehen, ſo fand er wohl hie und da ein Mäd⸗ chen, das ihm zu ſeinem Zwecke zu paſſen ſchien; doch wenn er als Freiwerber für ſeinen Pflegeſohn auftrat, ſo entgegnete man ihm meiſtens:ja, lieber Herr Förſter, wir würden wohl nichts dage⸗ gen haben, wenn der junge Jäger wirklich Euer Sohn wäre, aber ſo möchten wir doch unſer Kind nicht gern Jemanden zur Frau geben, der ſo ganz ohne Familie und Namen iſt. Das verdroß nun den alten Mann nicht wenig und wenn er nach Haus kam, erzählte er es dann ſeiner Schweſter und Guſtav; Letzterer konnte ſich nie enthalten, darüber zu lächeln und pflegte dann gewöhnlich zu ſagen:ach, lieber Vater, macht Euch meinethalben keine Mühe ich werde ſchon finden, was mir Gott beſcheert hat. Bei dieſen Worten blickte er verſtohlen durch das Fenſter nach der Haide, wo