Teil eines Werkes 
13. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Weihnachtsmärchen.

Nach drei Tagen machte er ſich verabredeter Maßen auf den Weg, um den Holzſchnitzer anzutreffen. Vorher aber ſuchte er im Walde umher, ob er den Platz nicht wieder finden könne, wo der Elfenbaum ſtehe, aus dem er geſtern den Zwerg erlöst, um dort noch mehr von dem wunderbaren Holze mitzunehmen. Doch wenn er auch den Platz wieder fand, ſo entdeckte er dort, wo der Holz⸗ ſtumpf geſtanden, nichts als einen kleinen ſchmutzigen Sumpf, aus dem Kröten und anderes Ungeziefer die Köpfe in die Höhe ſtreckten und ihm entgegen ſchrieen. Eilig wandte er ſich hinweg und ging an die Lichtung des Waldes, wo er, wie vor drei Tagen, mit dem alten Manne wieder zuſammentraf, der ihm mit trauriger Miene erzählte, trotz aller ſeiner Bemühungen wiſſe er noch gar nicht, wie man einen Elfenbaum auffinden könne. Dagegen aber, fuhr er fort, ſei er in der Stadt im Hauſe des Kaufmanns geweſen und habe dort unter alten Spielſachen, die er gekauft, einen Nußknacker er⸗ halten, der wahrſcheinlich derſelbe ſei, der in jener Chriſtnacht lebendig geworden. Er zog ihn hervor und Guſtav erkannte ihn augenblicklich wieder; doch wie hatte ſich der edle Regent ſeit der Zeit verändert! Seine rothen Hoſen waren ſchwarz geworden, ſeine Sporen abgebrochen und der Säbel fehlte gänzlich. Auch ſein Maul, das freilich noch eben ſo groß war, wie damals, hatte ſei⸗ nen Schmuck, die langen ſpitzen Zähne verloren, und als ihm Gu⸗ ſtav hinten den langen Zopf unterſuchte, fand ſich, daß die Kinn⸗ laden feſt ſtanden und gar nicht mehr zu ſchließen waren.

Guſtav wartete abſichtlich eine Weile, ehe er dem alten Manne erzählte, was ihm in den letzten drei Tagen begegnet. Da hätte man aber die Freude des Holzſchneiders ſehen ſollen. Er ſprang auf, fiel dem jungen Jäger um den Hals und als dieſer nun gar das Stück von dem Elfenbaum hervorzog, nahm es der alte Mann haſtig, ſteckte es ein und verſprach ſpäter einmal, wenn es nöthig ſei, die ſchönſten Spielſachen daraus zu verfertigen.

Nun berathſchlagten die Beiden, was noch weiter zu thun ſei,