Teil eines Werkes 
13. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Weihnachtsmärchen. 233

wenig Schlägen hatte er den Keil ſo weit in den Tannenſtumpf hineingetrieben, daß der Zwerg ſeinen Bart herausziehen konnte. Der Kobold fühlte aber nicht ſo bald ſeine Freiheit, als er mit einem gewaltigen Fluch in das Dickicht hineinſprang und augen⸗ blicklich zwiſchen den Bäumen verſchwand.

Guſtav ließ ihn ruhig ſeiner Wege ziehen, hieb ſich aber mit der Axt des Zwerges ein gutes Stück von dem Elfenbaum herunter und füllte ſeine Jagdtaſche mit den ſchönſten Tannenzapfen an, die auf der Krone des umgehauenen Baumes zu finden waren. Darauf nahm er ſein Gewehr auf die Schulter und begab ſich eilig nach Hauſe.

Seine Pflegeeltern waren nicht wenig in Angſt um ihn gewe⸗ ſen; doch erzählte er ihnen, er habe ſich im Walde verirrt und als

ſie ihn ſo wohlbehalten zurückkommen ſahen, legten ſie ſich auf ihr

Lager und ſchliefen ein. Guſtav aber nahm die kleinen Dachs⸗ hunde mit ſich, die damals den Regenten Nußknacker und die Zinn⸗ ſoldaten aus dem Fuchsbaue hervorgeholt hatten, und eilte mit ihnen hinaus auf die Haide, indem er durch ihre Hülfe den Platz wieder zu finden hoffte, wo tief in der Erde die kleine ſchöne Dame ſchlief. Doch würde er ohne das Stück von dem Elfenbaum ſchwerlich ſeinen Zweck erreicht haben; denn die Hunde ſtreiften kreuz und quer auf dem Felde herum, wogegen Guſtav fühlte, daß er wie von unſicht⸗ barer Macht auf eine Stelle hingeführt wurde, wo es ihm alsbald klar wurde, daß dies der Ort ſei, den er lange vergeblich geſucht.

Es mochte mitten in der Nacht ſein, als er aus ſeiner Jagd⸗ taſche einen der Tannenzapfen hervorzog und ihn in den Boden ſteckte. Noch zweifelte er an dem Gelingen ſeines Vorhabens, doch wer beſchreibt ſein Erſtaunen, als vor ihm plötzlich ein kleiner Tannenbaum hervorſtieg, der, obgleich er nur wenige Zoll hoch, doch gerade ſo ausgewachſen war, als ſei er ſchon mehrere Jahre alt. Guſtav wußte ſich vor Freude nicht zu faſſen, als er auf dieſe Art ſah, daß die Rettung der ſchönen kleinen Dame nahe ſei.

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