Teil eines Werkes 
13. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Weihnachtsmärchen.

ſich die Wuth des Zwerges von Secunde zu Secunde zu vermeh⸗ ren. Wie ein Fiſch im Waſſer ſchnellte er an ſeinem langen Bart in die Höhe und wand ſich hin und her, um den gewichtigen Schlä⸗ gen zu entgehen. Doch er mochte ſich drehen, wie er wollte, ſo⸗ wußte der Jäger doch den rechten Augenblick und die rechte Lage abzupaſſen und es ging kein einziger Streich verloren, worauf der kleine Kerl nach und nach ruhiger wurde. Aus dem Schimpfen verfiel er in's Weinen und es dauerte nicht lange, ſo bat er auf's Kläglichſte, der Jäger möge aufhören und ihn erlöſen.

Guſtav, der ſehr gutmüthig war, hielt auch ſogleich in ſeiner Arbeit inne und war ſchon im Begriff, den Keil anzuſetzen, um den Baum auseinander zu treiben, als ihm plötzlich der Gedanke kam: wie wenn du dem Zwerg zur Bedingung machteſt, daß er dir, weil du ihn erlöst, anzeigen müſſe, wo ein Elfenbaum zu finden ſei. Gedacht, gethan. Er nahm den Keil in die Hand und eröffnete dem Zwerge ſein Begehren. Doch dieſer wollte anfänglich nichts von einem ſolchen Baume wiſſen und entgegnete mürriſch: er könne ihm damit nicht dienen.

Gut, ſagte darauf der Jäger,wenn du mir nicht freiwillig ſagſt, wo ich einen ſolchen Baum finden kann, ſo will ich dich ſchon dazu zwingen, und er legte den Keil wieder auf deu Boden hin und griff abermals zu ſeinem Hirſchfänger.

Laſſ nur ſtecken, laſſ' nur ſtecken, ſchrie der Kobold in gro⸗ ßer Angſt, als er dieſe Bewegung ſah,laſſ' nur ſtecken, das hier iſt ja eben ein Elfenbaum, der mich bei meinem ſchönen Barte feſthält. 3

Mit welcher Freude hierauf der Jäger ſeinen Hirſchfänger wie⸗ der fahren ließ und den Keil ergriff, um dem Zwerg zu helfen, kann man ſich leicht denken. Sah er ſich doch ſo auf einmal der Erfüllung ſeines heißeſten Wunſches nahe gekommen und war nun im Stande, die junge ſchöne Dame zu beleben und zu erlö⸗ ſen. Cilig riß er die Axt aus dem Eichbaume heraus und mit