.54 Sechszigſtes Kapitel.
jeyen ſah, ſandte ihnen einen ernſten, wir möchten ſagen: weh⸗ githigen Blick nach. Er hatte die guten Menſchen lieb gewonnen, d der Gedanke, daß ſie ſein Andenken ſegnen würden, machte ihn wahrhaft glücklich.
Und doch nahmen die fröhlich davon ziehenden Schauſpieler e Traurige mit ſich. Es war die blonde Thusnelda, welche die Erinnerung an dieſe abermals verunglückte Liebſchaft um ſo mehr darnieder drückte, als Hannibal, wie ſie erfahren, ein Unwürdiger geweſen, nur der Bediente ſeines Herrn. 3
Daß ſelbſt der getreue Pierrot von Eugen nicht verſtoßen wurde, glauben wir kaum bemerken zu dürfen. Er gab die heiligſte Verſicherung, ſich künftig zu beſſern, und wurde unter die ſpezielle Aufſicht des Kutſchers Martin gegeben, der mit Zeit, Mühe und unterſchiedlichen Püffen etwas Anſtändiges aus ihm heraus bildete. So waren denn nun drei Brautpaare in und um Schloßfelden, und die Hochzeit derſelben wurde an Einem Tage in der kleinen Kapelle droben vollzogen. Es war das ein Tag der Luſt und Freude, und es mangelt uns leider an Zeit und Raum, ihn wür⸗ dig zu beſchreiben.
Der Major von Brander hatte der außerordentlichen Vorfälle wegen ſeinen Urlaub verlängern laſſen, und war ihm dies nicht ſchwer geworden, da man in dieſem Augenblicke an keinen enro⸗ päiſchen Krieg dachte. Er war Brautführer der ſchönen Katharina, und als er nach vollendeten Feſtlichkeiten ſich endlich anſchickte, nach Hauſe zurück zu kehren, verſicherte er hoch und theuer, es ſeien das mit die glücklichſten Tage ſeines Lebens, die er hier oben verlebt.
Roſa Immergrün ließ den Gemahl allein reiſen und blieb noch eine Zeit lang bei der Staatsräthin. Sie hatte hier zu viel poe⸗ tiſche Eindrücke in ſich aufgenommen und konnte nicht umhin, einen Theil derſelben an Ort und Stelle zu verarbeiten. Vielleicht erhält


