Eine ſeltſame Abendunterhaltung. 295
der geneigte Leſer durch ihre Feder noch eine Fortſetzung dieſen einfachen Geſchichte. 3
Eugen wurde in jeder Hinſicht ein muſterhaſter Sohn undo Ehemann. Er widmete ſich ganz den Geſchäften ſeines Hauſes und leitete alle Angelegenheiten deſſelben.*
Eines Morgens meldete ihm der Förſter, nach mehrwöchentu. lichen Streifereien und Nachſpürungen ſei es endlich gelungen, ein paar der ſchlimmſten Wildfrevler einzufangen, vielleicht dieſelben Burſche, die damals in jener Nacht auf den Herrn ſelbſt geſchoſſen. Eugen ritt zur Förſterwohnung hinaus, um ſich die Gefangenen vorführen zu laſſen. Es wurden zwei herabgekommene, zerlumpte Männer vorgeführt mit großen Bärten, aber trotzigen Geſichtern, und als Eugen ſie erblickte, konnte er ſich eines tiefen Schauders nicht erwehren.
Wer die beiden Wilddiebe eigentlich waren, hat er nie Jeman⸗ den geſagt. Er verbot ſeinen Leuten aufs Strengſte, überhaupt über dieſe Angelegenheit zu ſprechen. Die beiden Männer aber ließ er anſtändig kleiden, und dann ſtellte er ihnen nach einer kur⸗ zen Unterredung die Wahl, ob ſie in ihre Heimat ausgeliefert ſein, oder ob ſie ſich geneigt zeigen wollten, von ihm mit Geld und Briefen unterſtützt, nach Amerika auszuwandern. Sie wählten natürlicher Weiſe das Letztere und verließen Europa, um ſich jen⸗ ſeits des Oceans einen neuen Herd zu gründen.
Madame Schoppelmann, die in der Nähe der Reſidenz bei ihrer Schweſter geblieben war und darauf zu einem Beſuche nach Schloßfelden kam, wo ſie ſich mit der Wirthin, Frau Roſel, außer⸗ ordentlich befreundete, konnte ſich doch nicht ganz von ihrem Ge⸗ ſchäfte am Markt trennen. Sie unterſtützte ihre Nachfolger, die Firma Klingler und Claaſen, fleißig mit ihrem gediegenen Rathe, und beſuchte bei dieſer Veranlaſſung die Jungfer Strebeling, die ſich noch immer in ihrer alten Wohnung befand.
Clementine ſaß meiſtens am Fenſter, ein zweiter weiblicher


