bei noch ſo gut bedacht, als hätte er an irgend einem großen Thea⸗
Eine ſeltſame Abendunterhaltung. 253
Stillfried, auch Herr Wellen genannt, vor ſich gingen, fanden ſie nur zwei Parteien nicht ganz zufrieden geſtellt.
Die eine derſelben beſtand in der Perſon des Herrn Sidel, der vernünftig war, einzuſehen, daß ſein inniges Zuſammenleben mit Eu⸗ gen jetzt ſein Ende erreicht habe. Er beklagte dies hauptſächlich aus Einem Grunde, indem er nämlich behauptete, die Erziehung des jungen Menſchen ſei noch durchaus nicht vollendet, und wenn er auch Katharinen alles mögliche Gute zutraue, ſo habe ſie doch, fürchte er, nicht Feſtigkeit genug, um dieſen hartnäckigen Charakter auf einem guten Pfade zu erhalten. Wir können aber dem geneig⸗ ten Leſer verſichern, daß der luſtige Rath ſich hierin geirrt. Herr Sidel hatte jedoch zu lange mit ſeinem Freunde zuſammengelebt, und er fand es deßhalb unerträglich, allein in der Welt zu ſtehen. Er bewarb ſich daher in kurzer Zeit um die Handeder Wirthstoch⸗ ter Marie und zugleich um die erledigte Lehrerſtelle im Dorfe; denn der alte Schulmeiſter hatte ſich zurückgezogen. Erſteres wurde ihm von Frau Roſel nach einer kurzen Bedenkzeit bewilligt, das Andere von Eugen im Namen ſeiner Mutter, der aber dabei nicht unter⸗ laſſen konnte, die armen Kinder des Dorfes zu bejammern, die von nun an eine ſchreckliche Erziehung genießen würden.
Die andere Partei, welche den Verluſt des Herrn Wellen⸗Still⸗ fried anfänglich ſehr beklagte, war der Schauſpieldirektor Herr Müller, und um ſo mehr, da die Staatsräthin den Wunſch aus⸗ ſprach, die Truppe möge für dieſes Mal ihre Vorſtellungen be⸗ endigen und Schloßfelden verlaſſen. Das thaten ſie denn auche und wir können dem geneigten Leſer verſichern, daß ſie gern von dannen zogen. Der Traum des Herrn Trommler: die überſtrömende Kaſſe, ging durch Eugen's und der alten Dame Freigebigkeit buch⸗ ſtäblich in Exrfüllung, und der vortreffliche Trommler wurde neben⸗
ter ein Benefiz gemacht. Sie wandten ſich nach Scmulzhauſen, und Eugen, der ſie ab⸗


