Eine ſeltſame Abendunterhaltung.. 247
ſagen:„dieſen Menſchen kenne ich; ich muß ein förmliches Verhör mit ihm anſtellen.“ Dann wandte er ſich an Herrn von Steinbeck und ſprach mit einem bitteren Lächeln, das von einer Verbeugung begleitet war:„Leider werden Sie genug gehört haben, ſo genug, daß das Nähere dieſes unglücklichen Falles Ihnen vollkommen gleichgültig ſein kann. Ich bitte deßhalb, mich allein zu laſſen.“ Zum Verwalter ſagte er hierauf:„Laſſen Sie den Herrſchaften nach ihren Zimmern leuchten.“
Der Major reichte dem Geſchäftsmanne der Staatsräthin mit einem wehmüthigen Blicke die Hand und bot darauf ſeiner Ge⸗ mahlin den Arm.’
Herr von Steinbeck dagegen, im Gefühl des großen Unrechts, welches man an ihm begangen, ſetzte noch, ehe er die Schwelle überſchritt, ſeinen Hut auf und ſagte zu einem der Bedienten, die mit herbeigeeilt waren:„ich danke für ein Zimmer; man leuchte mir nach irgend einem Wagen, der wohl zu erhalten ſein wird.“
Nachdem ſich die Thüren geſchloſſen, blieb der Juſtizrath mit Joſeph allein.
Letzterer ſtand ſcheu und ängſtlich an der Thüre, Erſterer war nach einem Seſſel gegangen und ſank, faſt zuſammenbrechend, auf denſelben nieder.
Er hätte ſo dringend der Ruhe bedurft; doch ſchreckten fürch⸗ terliche Gedanken ſeine Sinne empor, und er rief in fieberhafter Aufregung:„Menſch, wo kommſt du her?— In welcher Verbin⸗ dung ſtehſt du mit dieſer unglücklichen Geſchichte?“
Joſeph, der nicht wußte, was er antworten ſollte, ſchwieg ſtill.
„Du biſt bei einer Schauſpielertruppe?“
„Ja..
„Und wo iſt dein Herr?“
„Er war auch hier.“. 3
„Gerechter Himmel!“ ſchrie der Juſtizrath und ſprang empor.
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