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den Schauſpielern iſt Fränlein Stilfried davon gegangen“
Eine ſeltſame Abendunterhaltung. 245
vorſtellen dürfte— um dem jungen Manne zu ſagen:„das iſt ein merkwürdiger Fall. Man muß es vorderhand der unglücklichen Mutter verſchweigen.“
„Freilich ein höchſt merkwürdiger Falll⸗ entgegnete Herr von Steinbeck in ſcharfem Tone, indem er ſich an den Verwalter wandte. „Man müßte doch eine Ahnung davon haben, wohin Fräulein Stillfried entflohen iſt, ob allein, ob— in Geſellſchaft.“
Der Juſtizrath warf ihm für dieſe Frage einen Blick des tiefſten Haſſes zu.
„Was ich thun konnte,“ ſagte der alte Mann,„das iſt ge⸗ ſchehen. Ich ſchickte augenblicklich Leute hinab ins Dorf und auf verſchiedenen Wegen fort, die von dem Schloſſe ins Land führen; doch erhielt ich bis jetzt keine Nachricht.— Aber wenn ich recht höre, ſo kommt Jemand eilig den Gang daher.“,
So war es denn auch; man ſah einen der Jäger des Schloſſes haſtig den langen Korridor herab kommen. Der Verwalter wollte ihm entgegen gehen, doch bat ihn Herr von Steinbeck, den Boten eintreten zu laſſen.„Denn auch uns iſt es intereſſant,“ ſagte er mit Betonung,„von dieſem Unglücke etwas Näheres zu vernehmen.“
„Es iſt ſo, wie wir alle geglaubt,“ ſprach der Jäger athemlos. „Einer von der Bande iſt aufgegriffen worden und wird ſo eben daher gebracht.“
„Einer von der Bande?!“ Frief die Majorin.„Das iſt ja erſchrecklich! Sind wir von Räubern umgeben?— It das arme Mädchen geraubt worden?“
„Das nicht,“ antwortete der Jäger.„Vom Rauben kaun keine Rede ſein.“ 3 „Es kann kein Raub ſein,“ ſagte der alte Mann.
„Und wer iſt die Bande?“ fragte athemlos der Iuſtizrath. „Reiſende Schauſpieler,“ entgegnete der Jäger. „Bravo!“ rief Herr von Steinbeck laut hinaus.„Mit reiſen⸗


