Zweiundvierzigſtes Kapitel.
einer Pauſe, worauf Marie ſchnell antwortete:„Ja, erſt geſtern Abend, und ſie werden längere Zeit dableiben und Komödie ſpie⸗ len; und beinahe alle ſind ſie wieder mitgekommen; der finſtere
Herr Holder und der luſtige Herr Trommler; und der Herr und
der andere da hinten ſind neue Mitglieder der Geſellſchaft.“ Roſalie ſah bei dieſen Worten den jungen Mann überraſcht und fragend an, und ihn ſchmerzte dieſer fragende Blick, dieſe
Ueberraſchung, die ſich in ihrem Auge ſpiegelte. Er hätte gar zu
gern ſeinen jetzigen Stand verläugnet; aber das war unmöglich, deßhalb verbeugte er ſich ſtumm und gezwungen läch elnd.
„Wir wollen die Herren nicht ſtören,“ ſagte hierauf Roſalie,
indem ſie grüßend einen Schritt zurück trat.„Sehen Sie ſich Kapelle und Schloß nach Belieben an; es wird meinem Vater eine
große Freude ſein.“ Damit wandten ſich die Beiden der Thüre
zu und eilten davon.
Eugen blickte ihnen gedankenvoll nach und fuhr mit der Hand über die Stirn, wie Jemand, der eine Erinnerung feſtzuhalten ſtrebt und ein unklares Bild ſich deutlich zu machen ſucht.
Herr Sidel, der bis jetzt die Marmorgruppe betrachtet hatte
und nun ebenfalls herbei kam, um auch noch ſeinen Theil an der
Unterhaltung mit den beiden Mädchen zu nehmen, bedauerte ſehr,
daß ſie die Kapelle ſchon verlaſſen. Dann blickte er ſeinen Freund
befremdet an, der an die kleine Seitenthüre getreten war und dort, an dem Pfeiler lehnend, den Beiden gedankenvoll nachſah.
„Ei, ei!“ ſagte der luſtige Rath, indem er Engen ſanft am
Arme nahm,„welch' Intereſſe für jenes Mädchen! Wenn ich das nach Hauſe ſchreiben wollte?“
Eugen riß ſich mit einem kurzen Seufzer aus ſeiner Stellung los und ſagte:„Eigentlich haſt du nicht ganz Unrecht, Mephiſto. Gehen wir nach Hauſe zurück; ſteigen wir zur Atmoſphäre hinab, in die uns der Zufall geworfen, zu Herrn Trommler und Genoſ⸗
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