Teil eines Werkes 
12. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Eine Entdeckungsreiſe.

hinauf, und als uns an der Hinterpforte keinverbotener Ein⸗ gang entgegen glänzte, ſo traten wir unangemeldet ein. Aber es

iſt doch merkwürdig, was das Schloß öde und leer erſcheint, und was dagegen Alles gut erhalten ausſieht, ſo wohnlich, wie ich noch nie ein ſolches Gebäude erblickte. Sieh die Fenſter mit ihren ungeheueren Scheiben, alle die kunſtreichen Gitter am unteren Stockwerk unverletzt, da fehlt kein Blatt, kein Schnörkel. Dann die Zinnen auf den Mauern: Alles gut erhalten; ebenſo die Dächer mit ihren phantaſtiſchen Rinnen, aus welchen fabelhafte Unge⸗ thüme aller Art das Regenwaſſer ſpeien; vor allen Dingen aber die zierlichen Terraſſen. Ich ſah nie etwas Lieblicheres und An⸗ genehmeres, als namentlich die untere mit ihren dicken, ſchattigen Bäumen.

Der Weg, den beide Freunde unter dieſen Worten verfolgten führte um einen runden Eckthurm herum, der am Ende der Terraſſe zu ſtehen ſchien; und ſo war es denn auch. Die Schutzmauer der letzteren ſtieß hinter dem Thurme an das Mauerwerk, ſich auf dieſe Art abſchließend, und ließ nur Platz zu einem kleinen Thore, das zwiſchen Thurm und Mauer durch einen breiten und dunkeln Bo⸗ gen in das Innere des Schloßhofes führte.

Derſelbe war mit breiten Steinen gepflaſtert, und von dem großen Thore, welches die Beiden zur Rechten liegen ſahen, führte ein breiter, mit Kies bedeckter Weg nach dem gegenüber liegenden Haupteingange. In der Mitte des Weges und des Schloßhofes war ein runder Platz, der offenbar die Beſtimmung hatte, den Equipagen zum Ausweichen zu dienen. In der Mitte deſſelben erhob ſich ein marmorner Brunnen mit zwei übereinander liegenden Schalen, deren oberſte einen kleinen Waſſerſtrahl in die Höhe ſandte. Dieſer Brunnen mit ſeinem murmelnden, plätſchernden Waſſer belebte den Hof auf die angenehmſte Weiſe. Um das Mar⸗ morbaſſin herum ſtanden Sträucher und Blumen, ebenſo wie an

allen Thüren, die in den Hof mündeten, was den vier grauen