Teil eines Werkes 
12. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Eine Entdeckungsreiſe.

Siehſt du dort den Weg, wie ich ihn dir beſchrieben? rief Eugen, als er nun wieder herabgeſtiegen war.Gib nur Achtung, es trifft Alles genau zu, wie ich dir geſagt.

Ich muß dich in der That bewundern, entgegnete Herr Sidel mit vielem Ernſte;und ſowie wir dort in jenem kühlen Grunde die mächtige Eiche erreicht haben, werde ich mich bemühen, einige Zweige davon abzubrechen, um dir, wie es in alten Zeiten der Brauch war, den wohlverdienten Seherkranz zu winden.

So gingen ſie mit einander fort, und es war in der That ſo, wie Eugen vorausgeſagt. Zuerſt führte der Weg ſie abwärts

zu jenem kleinen Thale, wo unter uralten Buchen und Eichen eine kleine Quelle aus den Felſen hervorrieſelte und, abwärts eilend, zwiſchen dem dunkelgrünen feuchten Mooſe, zwiſchen den Farren⸗ kräutern und Waſſerpflanzen verſchwand. Dann wandte ſich der Pfad um den Berg herum, und nachdem ſie hierauf eine gute halbe

4 Stunde empor geſtiegen waren, ſahen ſie das Schloß dicht über

ſich und vor ſich liegen.

.* Der Weg führte ſie zu einer kleinen Pforte, welche bis vor eine vorgeſchobene, tiefer liegende Terraſſe ging. Dieſe Pforte ſtand offen, und auf einer ſteinernen Treppe hinter derſelben ge⸗ langten ſie auf die Höhe jener Terraſſe. Hier war Alles ſorgfältig gehegt und gepflegt und aufs Beſte erhalten. Feiner Sand be⸗

deckte den Boden; neben zierlich angelegten Blumenbeeten wuchſen

hohe Waldbäume, um deren Stämme Ruheplätze angebracht wa⸗ ren, und Alles hier zeigte eine ſchaffende, ordnende Hand. An einer zweiten, höher liegenden Terraſſe, die an dieſe ſtieß, wuchſen Epheu, wilde Reben und Schlingroſen, und die verſchiedenen Aeſte und Zweige dieſer Pflanzen waren künſtlich geordnet und

befeſtigt..

Zur zweiten Terraſſe führte eine ähnliche Treppe wie zur erſten, und da die beiden Freunde Niemanden fanden, der ihnen den Eintritt verwehrt hätte, auch die kleine Pforte hier ebenfalls

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