Teil eines Werkes 
12. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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dergleichen noch nicht vorgekommen iſt. 3 Du wirſt ſehen, daß ſich das, was ich dir vorhin ſagte,

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Eine Enideckugg reſfe.

Ich gebe das zu, verſeßte der tuſtige Rath, obſchon mir

droben bei dem Schloſſe, ja ſogar bei dem Wege, der dahin führt, vollkommen beſtätigen muß. Bei dieſen Worten war Eugen ſtehen geblieben und blickte ſeinen Freund lächelnd an.Da vor uns, fuhr er fort,ſiehſt du jenes alte, halb verfallene Thürm⸗ chen; dort ſcheint der Weg, auf dem wir eben gehen, zu ver⸗ ſchwinden. Obgleich ich nun, wie du ſelber weißt, niemals hier in dieſer Gegend war, ſo will ich dir doch genau beſchreiben, wie und auf welche Art jener Weg von dem Thurm an weiter ge⸗ führt iſt. 8

Darauf wäre ich begierig, meinte der luſtige Rath.

So höre mich an, ſagte Eugen.Dort links hinter dem Thurme fällt der Weg plötzlich, ſtatt wie bis jetzt zu ſteigen. Wir gehen abwärts bis zu einem ſchattigen Grunde, dicht mit großen Bäumen bewachſen. Es iſt dort ein Waſſer, nur weiß ich nicht, ob ein kleiner Bach oder ein Teich oder nur eine laufende Quelle; von dort ſteigt der Weg wieder und wendet ſich auf der anderen Seite um den Berg bis zum Schloſſe empor.

Wenn dem ſo iſt, bemerkte lachend Herr Sidel,ſo be⸗ komme ich einen ungeheueren Reſpekt vor dir und werde dir, einem Hellſeher und Propheten, meine vollſte Achtung nicht verſagen.

Deine Ungläubigkeit iſt bekannt, mein edler Thomas, ſprach Eugen ebenfalls lachend.Aber viel lieber, als deine übergroße Achtung, wäre mir eine kleine Wette, die wir um den fraglichen Gegenſtand eingehen könnten.

Wozu das? meinte Herr Sidel,du würdeſt von mir doch dein eigenes Geld gewinnen. Aber ſage mir, wenn du wirklich auf übernatürliche Weiſe Kenntniß von dem Weg und dem Schloſſe

erlangt haſt, werden wir droben jene Kapelle finden oder nicht?

Wir werden ſie finden, ſagte Eugen feſt und beſtimmt. Und