Bedeutendes Herzklopfen des Herrn Sidel. 245
Minuten möͤchte ich wieder umkehren, wenn ich ſie ehen erſt nicht ungern verlaſſen hatte.“——
„Ja, ja, du biſt ein merkwürdiger Heiliger!“ ſprach lachend Herr Sidel;„ſo einer iſt noch nicht dageweſen. Und das Traurige an der Sache iſt, daß du mich zum ſchlechten Kerl und Dieb ge⸗ macht haſt; denn das Geld, das ich für deine Erziehung erhalten, muß ich leider als unverdient, als— geſtohlen betrachten.“
„Da ſprichſt du ein wahres Wort,“ ſagte Eugen,„und ich freue mich nur, daß du ſelbſt ſo viel Einſicht haſt, dies zu be⸗ greifen.“
„Aber wenn deine Sehnſucht ſo gewaltig mit der Entfernung wächst,“ fuhr der luſtige Rath fort, nachdem er ſich für das Kompliment bedankt,„ſo wirſt du's leider Gottes bald hier nicht mehr aushalten können und nach der Stadt zurück verlangen, und damit wäre unſere ganze Kunſtreiſe beendigt.“
„Ein Ende muß ſie jedenfalls einmal nehmen,“ ſagte lächelnd Eugen.
„Ehe ſie noch angefangen hat?“
„Das nicht; ich weiß, daß ich nicht zurückkehren kann, und ſo ſehr ich auch danach verlange, die Verhältniſſe, an welche mein Herz denkt, und die ich in einiger Konfuſion zurückgelaſſen, beſt⸗ möglich zu ordnen, ſo iſt es doch ſchon recht, daß ich einige Zeit hier zurückgehalten werde.— Wird nicht meine Freude deſto größer ſein, wenn wir uns auf den Heimweg begeben?“
„Ach ja,“ ſagte Herr Sidel ironiſch lächelnd.
„Und wenn ich die Stadt wieder ſehe, wo ſie wohnt?“
„Ach ja!“
„Und Madame Schoppelmann mich in die Arme ſchließt?“
„Verſteht ſich!— Und Herr Fritz und Herr Konrad dir die Hände ſchütteln.“ 5
„Ganz recht!“ ſagte lachend Eugen.„Das wird ſich Alles ſo begeben, wie du ſo eben prophetiſch vorausgeſagt, und du wirſt im Bunde der Sechste ſein; ich werde dann ein großes Haus einrichten, und dir wird dann die ehrenvolle Aufgabe, die Herren Fritz und Konrad Schoppelmann beſtens zu erziehen.“
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