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Neue Plane der Gebrüͤder Schoppelmann. 227
und wo die friſchen Lippen und weißct Zähne glänzten, wie ein Strauß von weißen und rothen Roſen, die noch nichts berührt hat, als der herabfallende Morgenthau, war jetzt ernſt geſchloſſen und zeigte höchſtens ein wehmüthiges Lächeln; ja der Körper des ſchönen Mädchens, ſonſt ſo elaſtiſch und friſch beweglich, ſchien alles Leben verloren zu haben; denn Katharina, die ſonſt in voller Kraft der Jugend auftrat, ein Bild der friſcheſten Geſundheit ſchlich jetzt verdroſſen und ſtill umher, und ſie, die früher ſo feſt, ja herausfordernd Jedem gegenüber trat und zum Gruße leicht und lächelnd mit dem Kopfe nickte, trat jetzt, ohne ein Wort zu ſprechen, vor die Mutter hin und ſtützte ſich, wie ermüdet, mit der Hand auf den Tiſch, was ſie vordem nie gethan.
Wenn Katharina von der Botſchaft, die man ihr nun mit⸗ theilte, auch nicht ſo außerordentlich erfreut und überraſcht ſchien, wie ihre Mutter, ſo malte ſich doch ein Erſtaunen, und keineswegs ein unangenehmes, in ihren Zügen.
Madame Klingler ſtellte ſich vor ſie hin, ſtemmte ſehr heraus⸗ fordernd die beiden Arme in ihre Seiten und ſagte:„Nun, mein Schatz! was meinen Sie dazu, Jungfer Katharine?“ Dann wandte ſie ſich an die Mutter, hob vielſagend die rechte Hand in die Höhe und fuhr in einem Tone fort, der ein Widerſprechen von vorn herein abſchneidet:„Ihr könnt mich nun meinetwegen für eine alte Gans erklären oder nicht, ſo viel iſt gewiß und das ſteht feſt: die Staatsräthin hat Euch nicht umſonſt mit Eurer Tochter rufen laſſen. Gebt nur Achtung, da hat ſich was zugetragen; am Ende iſt der Herr Eugen mit ſeiner Mutter ausgeſöhnt, und wir können morgen ſchon unſer Compliment der gnädigen Frau machen.“ Bei dieſen Worten ſah ſie die demüthige Frau Claaſen mit wahr⸗ haft wildem Blick an, hoffend, dieſelbe würde ſich unterſtehen, irgend welche Einſprache gegen ihre Worte zu machen.
Doch mochte die Demüthige dieſelben Gedanken hegen, wie ihre Collegin, oder nicht, genug, ſie ſprach kein Wort, wiſchte ſich


