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Beweiſe eines guten Herzens. 45
„Aber wollen Sie mich nicht verrathen?“ bat die Wirthin; „wollen Sie nie ſagen, daß ich mit Ihnen über dieſe Angelegenheit geſprochen?“
„Gewiß nicht!“
„Nun denn, ſo hören Sie! Gott! ich habe von der Sache ſo viel ſchon verrathen, was ich nicht hätte thun ſollen, daß das Bischen mehr oder weniger auch nicht viel ausmachen wird.“
„Nun denn!“
„Alſo! Um jeden Preis würde Herr Johannes Müller das Haus des Herrn Stillfried verlaſſen, es wäre ſein ſehnlichſter Wunſch, ſich in eine Univerſitätsſtadt zurückzuziehen und dort eifrigen Stu⸗ dien obzuliegen, um ſeinem heiß erſehnten, glückſeligen Ziele ſich nähern zu können— Sie kennen jenes Ziel, Jungfer Strebeling.“
„Weiter! weiter!“
„Aber! Nun ja, es muß endlich heraus: es fehlen die Mittel hierzu; gewiß, es wird mir ſchwer, es auszuſprechen: es fehlt ihm an— Geld.“
„Und iſt das Alles?“ fragte Clementine mit freudigen Blicken, und dabei lächelte ſie ſo glücklich,„iſt das wirklich Alles? Sind das die drückenden Geheimniſſe unſeres theuren Freundes Johannes? Nun, dieſem Mangel kann gewiß abgeholfen werden, liebe Frau Schilder, ich verſichere Sie, es wird ihm abgeholfen.“
„Glaubeu Sie?“ fragte die Frau mit zweifelhaft tönender Stimme;„glauben Sie wirklich? Aber wer könnte ſich für den armen jungen Müller verwenden?“
„Wer?“ fragte erſtaunt Clementine;„nun, wer ſonſt, als ich? Nennen Sie mir die Summe dieſes Bedarfs, und wenn es in meinen Kräften ſteht, ſie ihm zu geben, ſo bin ich gern dazu bereit.“
„O, Sie ſind ein Engel!“ ſagte die Frau;„Ihnen muß es gut gehen!“ Und darauf blickte ſie gen Himmel und murmelte etwas, das wie ein Gebet klingen ſollte.„Aber nein!“ fuhr ſie


