Teil eines Werkes 
11. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Vierundzwanzigſtes Kapitel.

„Ach nein,“ erwiderte erröthend Clementine,„ich möchte mit

Ihnen über dieſen Brief ſprechen.“

„Ah, ich verſtehe!“ meinte Frau Schilder,„ich ſoll mit ihm über dieſen Brief ſprechen.“

„O Gott! Nein! nein!“ rief Clementine mit aller Kraft ihrer Lungen. 1

„Ich habe Sie nicht recht verſtanden, ſcheint mir,“ ſagte die Wirthin mit dem unſchuldigſten Geſichtsausdruck.„O, es iſt ein wahres Unglück; ich werde bald gar nichts mehr hören! Wiſſen Sie was, Jungfer Clementine? Gehen wir in mein oberes Stüb⸗ chen, da kann ich meine Haube abnehmen und höre beſſer.“— Die gute Frau wollte in ihrer Unterredung mit der liebenden alten Jungfer nicht geſtört ſein; dieſe ging auf den Vorſchlag ein, und Beide begaben ſich eine Treppe hinauf, in das Zimmer, welches wir bereits kennen, nachdem Frau Schilder ihre Hausthüre vorher ſorgfältig verſchloſſen. Dort oben nahm ſie ihre Haube ab, ſtrich ſich die Haare von den Ohren hinweg und ſagte:„Nun wird's beſſer gehen. Was ſoll es, mein Kind?“

„Ich habe hier einen Brief bekommen.“

„Ja.“

„Und darüber möchte ich mit Ihnen ſprechen.“

„Ah ſo! Wir Beide zuſammen über den Brief?“

Clementine nickte mit dem Kopfe.„Ich möchte nun vor allen Dingen wiſſen,“ fuhr ſie fort,„wer er iſt, der mir jetzt ſchon zweimal geſchrieben hat.“

„Wer er iſt?“ ſagte die Frau mit einem Blick zum Himmel und ſchlug die Hände zuſammen.„Wer er iſt? Ein braver, jun⸗ ger, armer Menſch, aber ſo geſchickt, ſo gut, ſo fleißig, es gibt keinen Zweiten der Art.“

„Das glaube ich Alles, Frau Schilder,“ ſagte gerührt Cle⸗ mentine,„aber wie heißt er und was hat er für ein Geſchäft?“

„Ja ſo, wie er heißt?“ antwortete die Frau;„das hat er

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