38 Dreiundzwanzigſtes Kapitel.
jetzt thun? Ein Geſchrei anfangen, der Katharine Alles wieder ſa⸗ gen, daß die es ihrem Liebhaber mittheilt und der ſich in Acht nimmt!— Bewahre, bewahre! Nichts dürft Ihr ſagen, keine Sylbe der Katharine— ſeid doch klug!“ „Und wenn es ein Unglück gibt?“ fragte beſorgt die Mutter. „Dafür laßt mich und den Fritz ſorgen; wir behüten ſie wie unſere Augen, und es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn ſich der Herr Eugen nicht nächſtens einmal hier ins Haus verliert, und dann“— ſchloß Konrad und ballte die Fauſt—„laßt mich nur machen!“ Die Unterredung wurde jetzt zu einem plötzlichen Ende geführt, indem die geſchmolzene Butter aus dem Topfe über und ins Feuer lief, wodurch ein ſolches Gepraſſel, ein Geſtank und Dampf ent⸗ ſtand, daß die dicke Gemüſehändlerin, die neben der Mutterpflicht auch noch andere zu erfüllen hatte, erſchrocken zu ihren Töpfen hineilte, ſo ſchnell, als es ihre Körperfülle erlaubte.
Konrad ging, ſeinen Bruder Fritz aufzuſuchen, und ſagte noch im Weggehen:„Alſo, Mutter, kein Wort zu der Katharine, ſonſt verderbt Ihr die ganze Geſchichte!“ Hierauf winkte Madame Schop⸗ pelmann mit der Hand, als wollte ſie ſagen, ſie wiſſe ſchon, was zu thun ſei, und blieb alsdann mit ihren Gedanken allein.
Der geneigte Leſer iſt ſo gut wie wir überzeugt, daß der junge Herr Schoppelmann der Mutter die Erzählung von der Zuſam⸗ menkunft in einer unſauberen Brühe von Dachendg und Wahrheit vorgetragen.


