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Konrad kommt mit leerer Jagdtaſche heim. 37
ſagen könne; denn Katharine, Eure Tochter, ſei gut genug zum Amuſement und wolle auch nicht weiter. Ich aber ſei ein Narr und ſolle mich nur um mich bekümmern.“
Nach dieſen Worten ſtand die dicke Frau wie erſtarrt, ſie riß ihre Augen weit auf, öffnete den Mund zum Sprechen, brachte aber kein Wort hervor; auch ſpielte ihre Geſichtsfarbe in's Dunkelrothe, und ſie ſchnappte ſo ängſtlch nach Luft, daß der gute Sohn und Bruder erſchrocken hinter dem Tiſche hervorſprang, die Mutter am rechten Arm faßte und ſie auf's Kräftigſte zu ſchütteln begann— ein Mittel, das ſchon oftmals in ähnlichen Fällen die gewünſchte Wir⸗ kung nicht verfehlt hatte. Auch jetzt brachte es das ſtockende Blut der dicken Frau auf's Neue in Umlauf; ſie ließ ſich auf einen Stuhl nieder, der an dem Tiſche ſtand, und Konrad ſah zu ſeiner größ⸗ ten Befriedigung, daß ein paar Thränen über ihre dicken Backen rollten.
„Und du haſt dieſen Kerl nicht ſogleich zu Boden geſchlagen?“ fragte die Frau ſchluchzend;„du führſt ja ſonſt dergleichen immer in deinem Munde— du haſt ihn wahrhaftig nicht zu Boden ge⸗ ſchlagen?“
Konrad zuckte betrübt die Achſel und ſagte:„Ihr könnt Euch denken, wie mir die Fauſt gejuckt, aber was war da zu machen? Der Schulmeiſter hätte mich nicht genirt; aber denkt Euch doch, es war ganz nahe am Thor, die Soldaten lungerten auf den Steinen an der Chauſſee und die Schildwache ſpazierte auf und ab. Da wäre ich ein rechter Narr geweſen! Ich ließ ihn laufen und dachte: du entgehſt mir gewiß nicht.“
„Das hoff' ich auch,“ ſprach die dicke Frau und ſchlug mit der rechten Fauſt auf die linke Handfläche;„dem ſoll das nicht ſo hin⸗ gehen, und die Katharine, die jag' ich aus dem Hauſe, und das gleich!“— Sie wollte ſich erheben, doch Konrad drückte ſie derb auf den Stuhl nieder und ſagte:„Nun ſeht mir wieder, wie Ihr ſeid, man kann wahrhaftig mit Euch nicht ſprechen! Was wollt Ihr


