Konrad kommt mit leerer Jagdtaſche heim. 35
— Ja— ja— ja— ja— wenn wir nur nicht noch Schlimmeres erleben.“
„Dazu ſa ge ich Amen,“ miſchte ſich Konrad mit lauter Stimme ins Geſpräch.
Die Frau drehte ſich überraſcht herum; denn dergleichen Selbſt⸗ geſpräche waren bei ihr wie eine Art Nachtwandlerei, und wenn ſie durch ein lautes Wort daraus geſtört wurde, dann ſchrak ſie zu⸗ ſammen.
„Na, wenn du Amen ſagſt,“ ſprach ſie nach einer Pauſe,„dann muß es was Schönes ſein!“
„Ich ſagte Amen auf Eure Reden.“
„Ach, ich ſprach nicht mit dir darüber.“
„Aber ich möchte mit Euch darüber ſprechen.“
„Ei, ſieh doch,“ entgegnete die Frau,„hab' ich nicht Herzeleid genug, mußt du noch was dazu lügen?“
„O, keine Lüge,“ ſagte lächelnd Konrad,„dies Mal was ganz Wahres.“— Und nun erzählte der freundliche Bruder, wie und wo er draußen die Schweſter geſehen, mit welcher Beſchäftigung, in welcher Geſellſchaft, und wenn auch, wie der geneigte Leſer weiß, die Sache an ſich nicht von ihm erfunden war, ſo machte er doch ſolche Zuſätze und Bemerkungen, daß die Mutter noch viel Schlim⸗ meres glauben mußte, als wirklich geſchehen, und ſie legte darauf die Hände in den Schooß und ſaß da ſtarr vor Entſetzen.
„Und das iſt alles wahr, Konrad?“ fragte ſie nach einer Pauſe, „und nichts daran gelogen?“
„Nicht das Geringſte!“ ſagte der Sohn,„aber die Sache iſt noch nicht zu Ende.“
„Und die alte Schachtel war dabei, das miſerable Weibs⸗ bild, die ſo fromm und ſcheinheilig thut, daß man glauben könnte, ſie habe keinen Begriff davon, daß es auch Mannsbilder in der Welt gebe?“
Konrad nickte befriedigend mit dem Kopfe,„Die war dabei,“


