34 Dreiundzwanzigſtes Kapitel.
ihr eigentlich handle, und der Jäger merkte demgemäß auch ſchon nach einigen Augenblicken, daß er für die Geſchichte, die er auf dem Herzen hatte, keine beſſere Stunde hätte wählen können. „Sitz' ich da auf dem Markt,“ brummte die Gemüſehändlerin
und drehte den Topf mit der heißen Butter, damit er auf allen Seiten gleich warm würde,„ſitz' ich da auf dem Markt und kommt die Köchin der Staatsräthin daher. Guten Morgen, ſag' ich— danke ſchön, ſagt ſie und ſeufzt. Was ſoll's, mein Kind, frag' ich, braucht Sie etwas Extra's— ſpeist der Juſtizrath im Hauſe?— ein Paar Feldhühner— wie?—— und da ſeufzt denn die alte Creatur wieder und ſagt: ach, Frau Schoppelmann, das iſt ein wahres Kreuz und ein wahres Unglück für mich.“———— Hier murmelte die alte Frau eine Zeit lang ſo leiſe, daß man es unmöglich verſtehen konnte, dann aber fuhr ſie deſto lauter fort: „mich ſoll der Teufel holen— hat die Staatsräthin verboten, von mir, der Fran Schoppelmann, ferner etwas zu kaufen— es iſt un⸗ glaublich, aber wahr! Hat nicht die Köchin, das arme Weibsbild, ordentlich geweint, daß ich die noch obendrein tröſten mußte— weiß Sie was, ſagte ich, da iſt vor der Hand nichts zu ändern.— Ach Gott, nein! ſagte ſie.— Geh' Sie zur Plunker, ſagte ich.— Zur Plunker? fragte ſie.— Die iſt nach mir die Beſte, ſagte ich, eine brave Frau, und wenn ſie etwas nicht hat, ſo kann's die Plunker bei mir holen.— Wein Sie nicht, mein Schatz, es kom⸗ men noch Zeiten, wo die Schoppelmann wieder zu Ehren gelangt.“ — Hier rückte ſie den Buttertopf näher an's Feuer.—„Ja, zu großen Ehren— aber als ſie nun fort ging und der Plunker das Geld hinzählte, kam doch über mich ein gewaltiger Zorn— daß dich ein Donnerwetter! dachte ich.“— Madame Schoppelmann ſtieß bei dieſen Worten ſo grimmig in die brennenden Kohlen, daß ſich Tauſende von Funken ziſchend den ſchwarzen Schornſtein hinauf flüchteten.—„So was muß man ſich bieten laſſen— und wer iſt an gllem dem Schuld?— Niemand, als der ſaubere Herr Eugen.


