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3²2 Zweiundzwanzigſtes Kapitel. mentlich in Zeiten, wie die jetzigen, wo er ſich im Beſuche der Herrſchaftswaldungen allzu ſehr angeſtrengt hatte und dort jedem Jäger und Jägerburſchen bekannt war wie ein bunter Hund. Die⸗ ſes Einfangen von Singvögeln war auch eine Art Jagd, und als angenehme Abwechslung auf das Erlegen von Ratten wohl mitzu⸗ nehmen.
Herr Konrad Schoppelmann hatte nun leider dieſen Morgen einige freie Stunden gefunden, welche er dazu anzuwenden beſchloß,
dem Stadtgraben einen Beſuch zu machen und mit Netz und Falle
einige arme Singvögel einzufangen. Er ſaß zu dieſem Zwecke, noch ehe die beiden Paare ankamen, nicht weit von oben erwähn⸗ ter Bank, und war nicht wenig erſtaunt, als er eine halbe Stunde ſpäter Menſchenſtimmen vernahm, und als er diejenige ſeiner Schwe⸗ ſter, ſowie des Herrn Eugen und der Jungfer Clementine erkannte. Er rührte ſich nicht von der Stelle, er ſtrengte ſeine Ohren über⸗ menſchlich an, um, ſo viel ihm möglich war, die geführte Unter⸗ haltung zu vernehmen. Dieſes gelang ihm einigermaßen bei der alten Jungfer und Herrn Sidel, aber nicht ſo bei ſeiner Schweſter und Eugen.— Doch ſah er ſie zuſammen den kleinen Weg hinab gehen, und das war ihm vor der Hand genug. Nachdem die Sache beendigt war und er bei ſich gedacht, jetzt könnten ſie weit genug entfernt ſein, erhob er ſich auch und ging mit leeren Fallen und Netzen, aber trotzdem mit außerordentlich vergnügtem Herzen fort, dem elterlichen Hauſe zu. Unterwegs überlegte er, wie dieſe Sach eigentlich zu behandeln ſei, um etwas daran zu verdienen; denn er betrachtete alles, was in dieſem Leben vorkam, als zu dieſem Zwecke erſchaffen. Sollte er die Mutter davon in Kenntniß ſetzen? — gewiß, um der Katharina tüchtig Eins hinauf zu geben; aber vor allen Dingen ſollte die Mutter auf's Feierlichſte verſprechen, gegen die Tochter nichts davon zu erwähnen. Der Jäger wollte das Wild ſicher machen und calculirte ſo: Ich will ſchon dafür ſorgen, daß Katharina mit der alten Jungfer nicht mehr zum Spa⸗


