halt.
Ein Rendez⸗vous.
und ſo gingen ſie dahin unter dem freundlichen Dickicht, lachend und plaudernd.
„Wenn ich dich nur öfter ſehen könnte, meine geliebte Ka⸗ tharine!“ ſagte Eugen und drückte das Mädchen feſt an ſich.„Ich bin dir freilich unendlich dankbar, daß du mir dieſe Zuſammenkunft unter Gottes freiem Himmel gegeben; es war gut, daß ich dich hier zum erſten Male recht geſehen und geſprochen; mein Herz iſt ſo voll Glück und Seligkeit, daß ich es in den engen Mauern eines Hauſes nicht zu ertragen vermöchte. Aber ich will es nicht, daß du oft hieher kommſt, wenn du auch aus Liebe zu mir noch⸗ mals in eine ſolche Zufammenkunft willigen würdeſt.“
„Nicht wahr, Eugen,“ verſetzte hierauf eifrig das Mädchen, „nicht wahr, wir wollen uns hier nicht mehr ſehen? Es könnte uns doch Jemand begegnen, und du weißt ſelbſt, wie böſe die Leute dann über ein armes Mädchen ſprechen.
„Du haſt ganz recht, mein Kind,“ ſagte Eugen innig und herzlich;„aber du biſt kein armes Mädchen, du biſt mein Kind, meine Liebe, mein Alles, meine kleine Braut.“
Bei dieſem letzten Worte wand ſich das junge Mädchen ſcheu aus ſeinen Armen los und ſah ihn lange mit einem ernſten Blick an.
„Eugen,“ ſprach ſie hierauf,„du mußt nicht ſo grauſam mit mir ſcherzen: wenn du ein ſolches Wort ausſprichſt, ſo fühle ich es tief, wie Unrecht ich habe, deine Worte anzuhören, wie doppeltes unrecht, dir zu ſagen, daß ich dich ſo unendlich lieb habe.“
„Und warum das, mein Mädchen?“ ſagte Eugen und zog ſie wieder feſter an ſich. 3 7
„Das weißt du beſſer, als ich es dir ſagen kann,“ entgegnete
Katharina.„O Gott!“ fuhr ſie ſchmerzlich fort,„und wenn ich
dir geſtehe, daß ich feſt überzeugt bin, unſere Liebe hat keine glückliche Zukunft— ſo mußt du mich für entſetzlich leichtſinnig 1, daß ich dieſe Liebe doch eingegangen; aber ich habe nicht


