Teil eines Werkes 
11. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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18 Einundzwanzigſtes Kapitel.

mich ſoll der Teufel holen, ſie hat angebiſſen; dort bringt ſie in eigener Perſon der Frau Schilder ihre Antwort auf unſeren Brief.

Es mochte halb zwei Uhr deſſelbigen Tages ſein, als die

ſchöne Katharina ihre Mutter auf die unbefangenſte Weiſe von der Welt davon in Kenntniß ſetzte, daß ſie einen kleinen Ausgang zu machen habe. Es kam dies nicht häufig vor und wäre auch, wenn es geſchehen, der Mutter nicht abſonderlich angenehm gewe⸗ ſen; denn ſie mochte es nicht leiden, daß ihre Tochter viel allein herumgehe. Daher kam es denn auch, daß bei ſolchen Veran⸗ laſſungen eine Menge von Fragen von Seiten der Frau Schoppel⸗ mann vorkamen, welche von Seiten der Tochter ſo gut, als es anging, beantwortet wurden. Heute waren dieſer Einreden und Fragen wenige; denn Katharina hatte gleich Anfangs geſagt, ſie gehe in Geſellſchaft der Jungfer Strebeling, und dieſe war bei der Gemüſehändlerin als ſo vollkommen untadelhaft und nach jeder Richtung zuverläſſig bekannt, daß ſie gegen dieſen Ausgang nichts einzuwenden hatte. Es ſollte Spitzengrund und Zeichengarn ein⸗ gekauft werden; auch ein paar Ellen Roſaband, ſowie ein Stückchen dunkler Kattun, letzterer Behufs Ausbeſſerung eines Morgen⸗ rockes.

So gingen alſo die beiden jungen Damen dahin; aber anſtatt Spitzengrund und Kattun einzukaufen, wandelten ſie geraden We⸗ ges zum Thore hinaus auf die Promenade und bogen am Ende derſelben in den ſogenannten Stadtgraben ab.

Dieſer Stadtgraben war zu traulichen Spaziergängen, nament⸗ lich aber in der Dämmerung und Nachtſtunde, außerordentlich beliebt; es war der ehemalige wirkliche Stadtgraben, auf einer Seite mit einer himmelhohen Mauer verſehen, die mit grünem Ephen dicht verkleidet war, im Ganzen ziemlich vertieft, auf der

andern Seite an dichtes Laubwerk der großen Promenade ſtoßend. Ein kleines Bächlein floß hindurch, und abſichtlich oder unabſicht⸗