Teil eines Werkes 
11. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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16 Einundzwanzigſtes Kapitel.

Und wohin? fragte die alte Jungfer in ſichtlicher Angſt.

Nun, zu einem ganz kleinen, lieben Rendezvous, antwortete lächelnd das junge Mädchen.Auch ich habe einen Brief bekommen; hier iſt er, Sie ſollen ihn ſehen.

Ich habe genug an dem meinigen, ſagte Clementine,mein Kopf iſt ſchon verwirrt genug!

Alſo Sie wollen mich begleiten? forſchte das junge Mädchen,

Zu einem Rendezvous? fragte Clementine mit unſicherer Stimme.Ach, da ſollen oft erſchreckliche Sachen vorkommen!

Pah, Unſinn! entgegnete Katharina;wir zwei gehen zum neuen Thore hinaus nach der Promenade, rechts an der alten Baſtei und dann dort hinab, wo ſich die Promenade in den alten Stadtgraben verliert.

Nun, waren Sie ſchon öfter dort? fragte Clementine mit beſorgtem Blick.

Auf dieſe Art niemals, gewiß nicht! betheuerte Katharina. Nicht wahr, Clementine, Sie thun mir den Gefallen?

Und was ſoll ich um Gottes willen dabei machen?

Gar nichts! Wenn er kommt, ſo ſetzen Sie ſich auf eine Bank, und ich gehe eine Viertelſtunde mit ihm ſpazieren. Wiſſen Sie, Clementine, ſetzte das junge Mädchen ſchmeichelnd hinzu, die Mutter hält ſo große Stücke auf Sie, und wenn ich ihr ſage, ich gehe mit Ihnen, ſo denkt ſie durchaus nichts Anderes dabei; auch wenn man uns zwei zuſammen auf der äußeren Promenade und in dem Stadtgraben ſähe, ſo kann das keinem Chriſtenmenſchen auffallen.

Ja, aber meinte die alte Jungfer,Katharine! Katharine! ich traue Ihnen nur halb. Sie könnten mir da Ge⸗ ſchichten machen; er könnte Sie zum Beiſpiel entführen, was bei folchen Rendezvous häufig genug vorkommen ſoll, und wenn ich alsdann allein nach Hauſe käme! Gott ſteh' mir bei! Ich bin feſt überzeugt, daß die Frau Schoppelmann mich ums Leben brächte,