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Clementine Strebeling erhält einen Brief. 15
„Daß ich ihn am Fenſter bemerkt hätte, daß mir ſein Brief gerade—— nicht unangenehm geweſen ſei—“
„Ja, ſo was der Art.“ 5
„Und wenn er alsdann wieder an mich ſchreibt?“
„Das wollen wir abwarten; dann antworten wir ihm vielleicht wieder.“.
„Und wenn er nun endlich verlangt, mich zu ſehen, mich zu ſprechen?“
„Das wird er am Ende doch thun,“ ſagte nachdenklich Katha⸗ rina. Doch bemerkte man an ihrem Blicke, daß ſie ſichtlich zerſtreut war und nicht ſo recht bei dieſer Sache.—„Ja, ja, er wird eine Zuſammenkunft verlangen.“
Clementine ſchauderte.
„Und wenn er wirklich ſo ein Rendezvous verlangt?“ ſagte Katharina und drückte die linke Hand feſt auf ihre Bruſt.
„Nimmermehr!“ rief Clementine feſt und beſtimmt.„Das wäre ja entſetzlich.“
„Haben Sie denn ſchon je einem Rendezvous beigewohnt?“ fragte Katharina nach einer Pauſe mit ſchüchterner Stimme.
„Nein, Gott ſoll mich bewahren!“
„Würden Sie auch nie Luſt haben, ein ſolches mitzumachen?“
„Mit ihm und mit mir?“
„Nein,“ ſagte Katharina lächelnd,„aber mit ihm und mit mir.“
„Mit ihm und mit Ihnen?“
„Ja,“ fuhr das junge Mädchen laut lachend fort;„mit ihm, den ich meine. Ja, es iſt heraus, Sie müſſen mir helfen, Clementine; ich bedarf Ihrer Hülfe.“
„Und wozu?“
„Zu einem Rendezvous; er hat mich ſo dringend gebeten und wünſcht ſo ſehnlich, mich zu ſprechen; ich kann es ihm wahr⸗ haftig nicht abſchlagen. Liebe, gute Clementine! Ich bitte Sie herzlich, Sie müſſen mit mir gehen!“


