Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Heute roth, morgen todt. 279

Präſident bedient ſich argliſtiger Schriftſtellerkniffe, er will unſere Erwartung aufs Höchſte ſpannen.

Wahrhaftig, nein! ſagte der Ebenerwähnte;aber es iſt ſchon ziemlich ſpät in der Nacht, und ich fürchte in der That, die Geſellſchaft zu langweilen.

Ich dächte, wir wollen hierüber abſtimmen, ſprach wichtig der dicke Herr mit dem rothen Geſicht,unparteiiſch abſtimmen. Wer dafür iſt, daß unſer Präſident nicht weiter erzähle, der krieche unter den Tiſch.

Nach dieſem ſinnreichen Vorſchlage ſah ſich der dicke Herr rings um und ſagte mit feierlicher Stimme:die Geſellſchaft iſt einſtimmig zu dem Beſchluſſe gekommen, der Präſident habe in ſeiner Erzählung fortzufahren.

ſi 8

Nichts Beſſres weiß ich mir an Sonn⸗ und Feiertagen, Als ein Geſpräch von Krieg und Kriegszgeſchrei,

Wenn hinten weit in der Türkei

Die Völker auf einander ſchlagen.

Man ſteht am Fenſter, trinkt ſein Gläschen aus,

Und ſieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten; Dann kehrt man Abends froh nach Haus

Und ſegnet Fried' und Friedenszeiten.

recitirte der lange Regierungsrath, und der Präſident fuhr alſo fort:

Ich that, ſo erzählte der junge Huſaren⸗Offizier am Ka⸗ minfeuer,was an meiner Stelle jeder brave Kavalleriſt ebenfalls gethan hätte: ich wandte den Kopf meines Pferdes dem Schlacht⸗ felde zu, trieb das müde Thier vorwärts und ließ es, nachdem ich ſo die Richtung angegeben, ſeinen Weg ſelbſt ſuchen. Das war das Beſte, was ich thun konnte, und ſtatt in die Waſſergrä⸗ ben hineinzupurzeln, was unfehlbar geſchehen wäre, hätte ich den Zügel feſt in der Hand behalten, kletterte jetzt der brave Chalif