Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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278 Zwanzigſtes Kapitel.

Als Alles vorbei war, ſagte der Huſar offen, dem man be⸗ greiflicher Weiſe den beſten Platz am Herde eingeräumtwurde ich mit einem Befehle bedacht, den ich nach dem zweiten Armee⸗ corps bringen ſollte; ich habe in ſolchen Fällen immer das meiſte Glück. Mein Pferd war müde, ich auch, wir Beide ebenfalls durch⸗ näßt, aber der Dienſt rief. Was Teufel! ich hatte nicht daran gedacht, nochmals in die Nacht hinaus zu müſſen; ich dachte mir: die Sache iſt zu Ende, jetzt geht's nach Hauſe, und deßhalb hatte ich auch ſo ziemlich alle Direktionen verloren, und es war mir nur eine unbeſtimmte Idee davon geblieben, wo der Stab des zweiten Corps vielleicht zu finden ſei. Da ſtand ich allein in der Nacht, unter dem ſtrömenden Regen, und ſchaute mich rings um. Mein Pferd ließ die Ohren hangen und wandte ſich mehrmals der Ge⸗ gend zu, von woher man noch das Geklirre des abziehenden Hauptquartiers vernahm. Zu all dem Vergnügen war es noch ſtockdunkel, tiefe Waſſergräben gab es auf allen Seiten, wie ich ge⸗

nan wußte die Sache war höchſt amuſant.

Hier unterbrach ſich der erzählende Präſident der würdigen Geſellſchaft und ſagte, aus dem bisherigen Tone fallend:Aber ich erzähle euch da ein Geſchichte, die euch vielleicht langweilt; ich muß wahrhaftig fürchten, daß man mir die Schande anthut und den Leimtopf wieder auf's Feuer ſetzt; ich glaube, es iſt beſſer, wenn ich mit ein paar Worten meine Geſchichte zu Ende bringe.

Nein, nein! verſetzte der Herr mit dem rothen Geſicht eifrig; dagegen proteſtire ich feierlichſt; es wäre in der That nicht zu verantworten, wenn wir den jungen, braven Huſaren nächtlicher Weiſe ſo lange auf dem Schlachtfelde ließen.

Ja, in Regen und Kälte! ſetzte der lange Regierungsrath hinzu,das hört ſich im trockenen Clubbzimmer ſo behaglich an Regen, Nacht und Schlachtfeld, ich glaube, unſer würdiger