270 Neunzehntes Kapitel.
und wir ſchieden von einander mit denſelben Gefühlen, als ob wir uns ſchon lange Jahre gekannt hätten.
Mit dem erſten Scheine des jungen Tages brach das Haupt⸗ quartier von Pavia auf, ich mit demſelben. Es war ein ſchöner, klarer, etwas froſtiger Morgen; die Pferde ſchüttelten ſich und ſogen ſchnaubend die kalte Luft ein. Drüben bei Graveltone ſahen wir vor uns die letzten Truppentheile, welche heute noch in aller Frühe die Stadt paſſirt hatten. Wir ritten weiter— es fiel nichts von Bedeutung vor.
Den folgenden Tag trafen wir auf jenes Jägerbataillon; es war die letzte Nacht durchmarſchirt und uns ſo vorgekommen. Ich
ſprach den Kommandanten deſſelben, Major v. C; er hatte meine
Karte erhalten, der Freiwillige war bereits eingekleidet und einge⸗ theilt worden.
„Ein hübſcher Burſche!“ ſagte der Major, indem ich an ihm vorbeiritt und ihm herzlich die Hand ſchüttelte,„und er hat, glaube ich, den Teufel im Leibe— kennt das Exercitium wie ein alter Jäger.“
„Ich glaube, er hat in Mailand darin Privatſtunde genom⸗ men,“ erwiderte ich lachend.
„Wird ihm gut bekommen, die Lektion!“ ſagte der Major und blickte in die Luft hinauf;„es riecht hier verdammt nach Pulver, es kann mit Nächſtem losgehen. Denken Sie an mich, Doktor!“
„Na, leben Sie wohl! auf frohes Wiederſehen!“— Wir drück⸗ ten uns herzlich die Hand und ſchieden.
Da kam der Tag von Mortara. Es war Abends in einem kleinen Neſte, ein paar Stunden von eben genannter Stadt— ich habe den Namen des Dorfes vergeſſen— da hörten wir vor uns und rechts neben uns die erſten Kanonenſchüſſe; unſere braven Truppen hatten in zwei Gefechten zu thun, bei Gambolo das eine, das bedeutendere bei Mortara.— Aber alles das iſt genugſam bekannt.
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