Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Die Gefahren weiblicher Modelle. 261 iee ſo weit ausführte, daß ich in Deutſchland an Dit und

eelle nur noch wenig daran zu thun hatte.

Das Grabmal war für die Kapelle eines großen Schloſſes jener Familie beſtimmt; ich kam zum erſten Male in die Gegend, wo es ſich befand. Dieſe Gegend war reizend, das Schloß ſelbſt über alle Beſchreibung ſchön gelegen. Erlauben Sie mir, un⸗ terbrach er ſeine Erzählungdaß ich aus meinem kleinen Fell⸗ eiſen ein Skizzenbuch hole, um Ihnen eine Anſicht dieſes Schloſſes und der Gegend zeigen zu können.

Sehen Sie hier! fuhr er fort, und damit zeigte er mir in einem ziemlich großen Buche die außerordentlich ſchön gezeichnete Anſicht eines der reizendſten Schlöſſer, die ich lange geſehen. Es lag auf der Höhe einer ſanft anſteigenden Thalwand, unten floß ein kleines Waſſer vorbei und ſchlängelte ſich durch Wieſen und zwiſchen ſchön geformten Hügeln, lange noch dem Auge ſichtbar, einer weiten Ebene zu, welche fern am Horizonte von hohen und zackigen Gebirgen eingefaßt war. Das Schloß ſelbſt war ein mit⸗ telalterliches Gebäude, auf's Sorgfältigſte reſtaurirt, mit zackigen Zinnen, einem hohen Thurme, vielen kleinen Erkern und Nebenge⸗ bäuden, mit der freieſten Phantaſie zuſammengeſtellt, oder wie die damaligen Verhältniſſe gerade einen Neubau bedingten; alles das durch Terraſſen und Brücken mit einander verbunden und ſo ein wahrhaft maleriſch ſchönes Ganzes bildend. Das Schloß in ſeiner Höhe ſtand auf der Grenze des lieblich Sanften und wild Romantiſchen. Vor ihm das Thal mit dem Fluſſe und den ſanften, mit Wieſen bedeckten Abhängen war ſchön und anmuthig, und war das Ende einer Berggegend, die ſich hinter dem Schloſſe mit wil⸗ dem Wald, mit Schluchten voll zackiger Felſen und rauſchenden Bergwaſſern meilenweit fortſetzte.

Der junge Bildhauer legte das Buch an den Fuß der drei⸗ armigen kupfernen Lampe, welche auf dem Tiſche ſtand und ſagte: