260 Neunzehntes Kapitel.
„Warum nicht?“ entgegnete er;„aber erwarten Sie nq etwas Bedeutendes zu hören.“
Es iſt eine alte Geſchichte, Doch bleibt ſie immer neu— Und wem ſie juſt paſſiret, Dem bricht das Herz entzwei. Der Punſch kam, wir ſteckten uns Cigarren an und mein junger Freund erzählte.
Neunzehntes Kapitel.
Ein beachtenswerthes Kapitel für junge Künſtler, denn es handelt von den Gefahren, in welche man durch weibliche Modelle gerathen kann.
„Ich habe Ihnen ſchon geſagt, daß ich ein Bildhauer bin, und wenn ich hinzu ſetze, daß ich längere Zeit in Rom war, daß ich dort, und ſpäter in Deutſchland, die beſten Beſtellungen aus⸗ zuführen hatte, daß meine Arbeiten außerordentlich geſucht und hoch bezahlt wurden, ſo glaube ich, Sie können daraus entnehmen, daß ich im Stande bin, etwas Ordentliches zu leiſten, daß ich in der ſchwierigen Branche der Kunſt, die ich erwählt— der Bild⸗ hauerei nämlich— ein Künſtler bin.
„Eines Tages wurde mir der Auftrag, die Kompoſition zu einem großartigen Grabmal zu entwerfen, welches ein Graf ſo und ſo— der Name thut nichts zur Sache— ſeiner verſtorbenen Ge⸗ mahlin zu errichten beabſichtige. Mein Entwurf geſiel, ich führte ihn im Modell aus und ging damit nach Carrara, wo ich mir den nöthigen Marmor ausſuchte, die Arbeit in Punkt ſetzen ließ und ſie
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