Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Erzählung des Präſidenten. 259

brett Die Liebe zum Leben findet ſich mächtig wieder ein umſonſt! es fehlt die hülfreiche Hand, welche Sie aufrichtet und ſorgſam pflegt!

Das iſt wohl alles wahr, meinte düſter der Bildhauer; warum aber das Schlimmſte glauben? Ich ſagte vorhin: wenn eine Kugel meinem Leben ein Ende macht, wohlan, ſo geſchehe es! Ich will aber damit nicht ausſprechen, daß ich das für unbedingtes Reſultat meines Feldzuges anſehe und herbeiwünſche; gewiß nicht! Ich will nicht als eine Art von Selbſtmörder vor Ihnen ſtehen, von Ihnen ſcheiden was ich vorhin ſagte, iſt wahr: ich will eine traurige Periode meines Lebens vergeſſen, vielleicht gelingt es mir, vielleicht putzt der Kriegslärm und das Getöſe der Schlacht Kopf und Bruſt wieder hell und rein wie ſie ehedem waren, ſetzte er ſchmerzlich hinzu,und dann habe ich meinen Zweck auch erreicht; ich habe dieſen Beſchluß einmal gefaßt, und würde um keinen Preis zurücktreten. 1

Der junge Künſtler gefiel mir, trotz des ſonderbaren, für einen ruhigen Menſchen nicht vollgültigen Motives, das ihn hieher nach Italien rief. Es lag etwas ſo Friſches und Geſundes in ſeinem Aeußeren, und auch in der Art, wie er mir alles das erzählte. Da war nichts Sentimentales, nichts Geziertes, keine Empfindelei; er ſchaute mich mit ſeinen glänzenden Augen hell an und drehte ſeinen Schnurrbart keck in die Höhe, während er mit mir im Zimmer auf und ab ſchritt.

Ich bin ſonſt ein Feind aller Liebesgeſchichten und danke für jede Mittheilung einer ſolchen; aber hier war ich wirklich neugierig, zu erfahren, was dieſe anſcheinend ſo geſunde Natur denn ſo Schlimmes erlebt habe, um ſie zu dieſem Beſchluſſe hieher zu treiben..

Wiſſen Sie was? ſagte ich ihm,Sie ſind nicht ermüdet, ich auch nicht, wir wollen uns ein Glas Punſch beſtellen, und dann erzählen Sie mir Ihre Geſchichte.