Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Achtzehntes Kapitel.

Aber unterdeſſen ſagte ich lächelndwollen Sie un⸗ ter dem Thorwege bleiben? Er zuckte mit den Achſeln und verſetzte ebenfalls lächelnd: Was will man da machen? Ich bin ſehr glücklich, daß man mich meinem Wunſche gemäß einem Jägerbataillon zugetheilt; ich kann doch gewiß nicht verlangen, daß man mir obendrein noch Quartier gebe. Sie ſind ein Deutſcher? Ja wohl, ſagte er,aus Bayern. Aber die Nacht iſt lang, entgegnete ich,und Sie haben hier wahrhaftig einen ſchlechten Aufenthalt.

Das wird noch oft ſo kommen, meinte er,und vielleicht noch ſchlimmer als hier. Da bin ich doch vor Regen und Wind geſchützt; mein Mantel iſt auch warm genug.

Wiſſen Sie was? ſagte ich ihm, pich befinde mich faſt in der gleichen Lage wie Sie; ich bin ebenfalls Freiwilliger, ein Deutſcher, Arzt, und dem Hauptquartier zugetheilt. Ich habe hier eine Anweiſung auf ein Quartier, wahrſcheinlich auch auf ein Bett, und außerdem werden wir gewiß noch eine Matraze oder ein Sopha

auftreiben. Kommen Sie mit mir, ich kann einen Landsmann un⸗ möglich unter dem Thorwege laſſen.

Er ſah mich einen Augenblick erſtaunt an und ſagte darauf: Ich will wahrhaftig Ihre freundliche Einladung nicht abſchlagen. Sie haben Recht; es iſt in der Stube beſſer als hier.

So kommen Sie, wir wollen gehen.

Wir verließen das Haus und gingen die breite Hauptſtraße von Pavia hinab.

Fort und fort zogen die Truppenmaſſen noch immer durch die Stadt, es war, als ſollte das niemals aufhören. In dieſem Augen⸗ blicke war die Straße, ſo weit man ſehen konnte, mit Geſchützen bedeckt, eines hinter dem anderen. Auf den Laffetten ſaßen die

Leute in ihren Mänteln, dunkel und geſpenſterhaft; die Lunten