Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Erzählung des Präſidenten. 25⁵

gewieſen, in einer Straße gelegen, deren Namen ich begreiflicher Weiſe in meinem ganzen Leben früher nicht gehört.

Nachdem wir noch ein paar Stunden bei einander geſeſſen unter luſtigem Lachen und Scherzen, war es ſpät geworden, und Jeder ſuchte ſein Quartier auf. Für meine Pferde hatte ich durch den glücklichſten Zufall einen kleinen Winkel im Gaſthauſe ſelbſt gefunden, und nachdem ich mich überzeugt, daß ſie nebſt dem Rei⸗ ter, der ſie unter Aufſicht hatte, gut verſorgt ſeien, warf ich meinen grauen Paletot über die Schulter, nahm meinen Säbel unter den Arm und wollte das Haus verlaſſen.

Hier war es unterdeſſen bedeutend ſtiller geworden, die Zu⸗ ſchauer hatten ſich verlaufen, Ordonnanzen und Reiter ihre Stuben und Ställe aufgeſucht, und ich bemerkte unter dem Thorwege nur noch einen einzigen Menſchen, der, in einen weiten blauen Mantel gewickelt, auf einem Steine ſaß und zu ſchlafen ſchien.

Als ich näher trat, bemerkte ich, daß es jener junge Mann, jener Freiwillige war. Ich konnte mich nicht enthalten, einen Augenblick bei ihm ſtehen zu bleiben.

Er ſchlief nicht, ſondern blickte in die Höhe, als ich vor ihn hintrat.

Warten Sie auf Jemand? fragte ich ihn theilnehmend. Wünſchen Sie vielleicht noch einen der Offiziere zu ſprechen? Wenn ich Ihnen da dienlich ſein kann, will ich es recht gern thun.. Ich danke Ihnen herzlich, ſagte der junge Mann, indem er ſeine Hand grüßend an ſeinen Hut erhob,ich warte auf Niemand; ich habe meine Inſtruktionen erhalten.

Sie wurden heute Mittag als Freiwilliger einem Jägerba⸗ taillon zugetheilt? forſchte ich weiter.

Ganz recht! entgegnete er mir,es liegt bei La Cava, wo es auch morgen wahrſcheinlich bleibt, und wohin ich mich mit dem Früheſten begeben werde.