254 Achtzehntes Kapitel.
ein junger Jägeroffizier von einem Bataillon, das bereits vor einer Stunde vorbeimarſchirt war. Er war beordert worden, zu⸗ rückzubleiben, um ſeinem Chef ſpäter einen Befehl des Hauptquar⸗ tiers überbringen zu können. An dieſen wandte ſich der Adjutant und ſtellte ihm den Unbekannten im grauen Jägerrocke vor.
„Herr ſo und ſo,“ ſagte er— ich verſtand den Namen nicht —„hat ſich mit guten Papieren und Empfehlungen im Haupt⸗ quartier gemeldet und wünſcht den Feldzug als Freiwilliger mit⸗ zumachen. Da er Ihrem Bataillon zugetheilt wurde, ſo wollen Sie ihn gefälligſt inſtruiren, wohin er ſich morgen in aller Frühe zu wenden hat. Ihr Bataillon bleibt ganz in der Nähe, und wenn Sie einmal genau den Ort wiſſen, wo Sie hin marſchiren, bitte ich, es ihm zu ſagen, ſo kann er morgen mit weiter mar⸗ ſchiren.“
Der Major ging hinaus, und der Jägeroffizier ſagte zu ſeinem neuen Freiwilligen:„Halten Sie ſich in der Nähe auf, bleiben Sie im Hauſe, und ſobald ich etwas über den Namen des Ortes erfahre, wo ſich unſer Bataillon bendet⸗ ſo werde ich es Ihnen augenblicklich mittheilen.“
Der junge Mann zog ſich beſcheiden nach der Thüre zurück und ſetzte ſich dort an einem Tiſche nieder, wo ihm ein paar Offi⸗ ziere aufs Freundlichſte und Bereitwilligſte ein Plätzchen einräumten. Später ging er wieder hinaus, und ich verlor ihn vorderhand aus dem Geſichte; nachher machte ich mit mehreren Offizieren, da unter⸗ deſſen die Nachricht gekommen war, das Hauptquartier bleibe in Pavia, einen größeren Spaziergang, und als wir zurück kamen, war es bereits Nacht geworden.
Noch immer zogen die Truppen am Gaſthofe vorbei, noch im⸗ mer war der Thorweg unſeres Hauſes mit einer Menge von Leuten vollgepfropft. Man hatte uns zu einem gemeinſchaftlichen Nachteſſen einen größeren Saal im Vorderhauſe eingeräumt, dort bekamen wir unſere Quartierzettel— ich war in das weiße Kreuz


