ſchon dabei geweſen, erzählt kleine Züge von einer tüchtigen Atta⸗ que, aus einem luſtigen Reitergefecht; und der, welcher noch keinen feindlichen Säbel blinken ſah, noch nicht das Sauſen der Kugeln gehört, lauſcht aufmerkſam und mit Befriedigung den Worten der Anderen; denn er braucht wahrſcheinlich nach dieſem Genuſſe nicht lange mehr zu ſchmachten; vielleicht morgen ſchon ſchlägt ſeine l Stunde, eine gute oder eine ſchlimme— ſei's darum!
So ſaßen wir beiſammen, erzählend, lachend, plaudernd. Schon einige Mal hatten wir unter dem allgemeinen Gewühle draußen, das unter dem großen Thorgang herrſchte, einen jungen Mann bemerkt, deſſen Aeußeres uns einigermaßen aufgefallen war. Dieſes Aeußere war ſo einnehmend, ſein Kopf, ja ſeine ganze Haltung ſo elegant und gar nicht paſſend zu den Leuten des Gaſt⸗ hofes oder den Ordonnanzen und Reitern, zwiſchen denen er ſtand, daß ich ihn ſchon mehrere Mal aufmerkſam angeſehen hatte. Er trug einen grauen Rock mit grünem Kragen, wie man bei uns die „dazu graue Beinkleider und elegante Stiefel; auf dem Kopf hatte er eine Art Tyrolerhut von dunkelgrauer Farbe. Jetzt lehnte er an dem Thore und ſah dem Vorbeiziehen der Trup⸗ pen zu, zuweilen kam er auch an die Thüre der hinteren Zimmer, wo ſich die Offiziere befanden; doch ſchien er nicht den Muth zu haben, einzutreten. Meiſtens aber hielt er ſich an der großen Treppe auf, die in den oberen Stock führte; er ſchien von dorther angelegentlich etwas zu erwarten. Der junge Mann hatte dunk⸗ les Haar, ein angenehmes, etwas blaſſes Geſicht und einen ſtark hinaufgedrehten Schnurrbart; ſeine Augen waren braun, lebhaft und freundlich.
Ein paar Stunden ſpäter, als ich wieder in dem hinteren Zimmer am Kamine ſaß und die Flamme deſſelben mit dürrem Olivenholz nährte, bemerkte ich den Adjutanten des Feldmar⸗ ſchall's, Major E., der in das Zimmer trat, hinter ihm der junge Mann, deſſen ich ſoeben erwähnt. Neben mir am Kamine ſtand
Erzählung des Präſidenten.


