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252 Achtzehntes Kapitel.
wenn auch nur auf wenige Augenblicke, in unſer Zimmer und nahm eine Cigarre und ein Glas Orvieto.— Nun, wie geht's? rief
man ihm entgegen.— Wir haben ein paar Vorpoſten geſehen,
aber ſie zogen ſich ſchleunigſt zurück; unſere braven Jäger hatten nicht einmal Zeit, ihre Büchſen abzufenern.— Bleiben wir hier? — Weiß nicht; ſind noch keine Befehle ausgegeben worden. Nun, mir ſcheint, ihr könnt's hier ſchon aushalten.— Warum nicht? Aber es wäre drüben doch beſſer.— Na, lebt wohl! Ich muß wieder hinaus.— Adieu, auf Wiederſehen!
Von Zeit zu Zeit ging wohl auch der Eine oder der Andere zur Hinterthüre des Gaſthofes hinaus, einige Straßen weiter, auf eine alte Baſtion, wo man den Teſſin vor ſich ſah und weit in das Piemonteſenland hineinblicken konnte. Es war ein herrlicher Anblick! Auf drei Brücken zog die prächtige Armee über den Fluß. — ein unendliches Gewimmel von Menſchen, Pferden und Fahr⸗ zeugen; dazu ſpielten die Muſiken auf allen Punkten, die Solda⸗ ten riefen ein kräftiges Hurrah, als ſie den feindlichen Boden betraten, wo alsdann Regiment um Regiment, Infanterie, Kaval⸗ lerie und die zahlreichen Batterieen auf verſchiedenen Straßen abmarſchirten. Doch lange noch erblickte man ſie drüben ziehen; zwiſchen den Bäumen an den Ufern des Teſſin ſah man im röth⸗ lichen Scheine der Abendſonne Geſchütz und Waffen glänzen, und weiter hinaus, wie ſich die Kolonnen gleich gewaltigen Strö⸗ men in das feindliche Land ergoſſen.
Von einer ſolchen Promenade kehrte man gern wieder zurück in die hinteren Zimmer des Gaſthofes und erzählte den Zurückge⸗ bliebenen, was man draußen alles geſehen..
Es gibt wohl in der ganzen Welt in keiner Lage des Lebens glückſeligere und zufriedenere Leute, als Offiziere beim Beginn eines Feldzuges, an einem Tage wie heute, wo vielleicht morgen ſchon eine Schlacht zu erwarten iſt. Mit blitzenden Augen und wahrem Entzücken ſpricht man vom bevorſtehenden Kampfe; wer


