Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Erzählung des Präſidenten⸗ 251

Die jungen Offiziere des Hauptquartiers hatten hinten nach dem Hofe zu ein paar leere Zimmer aufgefunden, und dort ſaßen wir, der Dinge erwartend, die ſich heute noch ereignen würden. Es waren kleine Stuben mit weißen Wänden, kleinen vergitterten Fenſtern und einem ſehr ſpärlichen Ameublement; ein paar grobe hölzerne Tiſche und Bänke war alles, was von dergleichen vorhan⸗ den war. Hiezu ein grobes Tiſchtuch auf einem der erſteren, das in italieniſchen Gaſthäuſern unentbehrliche Eſſig⸗ und Oelfläſchchen und einige ſtrohumwundene Flaſchen. Aber Alles war heiter und. guter Dinge. Im Herde brannte ein luſtiges Feuer, was uns allen ſehr wohl that; denn es war Mitte März, und der freundliche Sonnenſtrahl, der draußen über die Ebene glänzte und ſich wohl⸗ gefällig in den zahlloſen Bayonetten und Helmen ſpiegelte, konnte nicht eindringen in dieſe Hinterzimmer, und deßhalb hatten wir ſie bei unſerer Ankunft recht unheimlich und froſtig gefunden. Ci⸗ garren dampften, Gläſer klirrten; Niemand wußte, wie lange wir hier verweilen würden. Bald hieß es, das Hauptquartier ſetze noch im Laufe des Nachmittags mit den erſten Truppen über den Teſſin; dann ſagte man wieder, wir werden Pavia erſt bei einbrechender Nacht verlaſſen; kurz, wir wußten nicht, was heute aus uns werden ſollte; — nur der alte Herr draußen auf dem Balkon wußte es, der mit feſter Hand und ſicherem Blick das Schickſal dieſer ſechzigtauſend Menſchen leitete, die heute hier vorüber zogen. In dieſer Unge⸗ wißheit blieben die Pferde geſattelt, und die Offiziere ſaßen bei einander in Wehr und Waffen, Helm und Tſchako auf dem Kopf, Säbel und Säbeltaſche an der Seite.

Im Felde iſt man gleich eingerichtet, und nachdem ſich ſo in den beiden hinteren Zimmern kleinere und größere Gruppen gebil⸗ det hatten, ging das Glas und die Converſation luſtig im Kreiſe. Auch mit Neuigkeiten wurden wir bedacht; denn jeder der Ordon⸗ nanzoffiziere und Adjutanten, der vom anderen Ufer mit einer Meldung herüberkam, trat, ſobald er droben verabſchiedet war,