Die Geſellſchaft Leimſudia. 249
tige Fälle— wie ein Präſident der Leimſudia beſchaffen ſein muß ſo will ich wieder einmal in eure ſtockende Unterhaliung eintreten und etwas zum Beſten geben.“
„Bravo! bravo!“ rief es von allen Seiten.
„Erwartet nichts Luſtiges, nichts Erheiterndes,“ fuhr der Prä⸗ ſident fort.„Ihr habt mich durch eure begonnene Revolution trüb und wehmüthig geſtimmt; aus dieſer Quelle fließt die Kleinigkeit, die ich vorzutragen die Ehre haben werde.“
„Sehr gut! wir hören!“ riefen ſämmtliche Leimſieder.
Mit großer Feierlichkeit nahm hierauf der Präſident der ehren⸗ werthen Geſellſchaft den Leimtopf vom Feuer, übergab ihn feierlich dem erſten Vicepräſidenten, die Lampe ſeinem zweiten Stellvertreter, legte ſich in ſeinen Stuhl zurück und begann folgendermaßen.
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Achtzehntes Kapitel.
Der Präſident der Leimſudia hat das Wort und trägt eine Geſchichte vor, welche nicht ohne Intereſſe für unſere Erzählung iſt.
Als vor ein paar Jahren der Kriegslärm in Oberitalien los⸗ brach und Marſchall Radetzky ſeine Soldaten zu Kampf und Sieg führte, konnte ich es nicht laſſen, mit dem öſterreichiſchen Adler zu ziehen und unter dieſen glorreichen Fahnen, wenn auch nur als Arzt, hinten bei der Bagage, ſtatt mit dem Säbel mit dem Ver⸗ bandzeug, für die braven Truppen nach beſten Kräften zu wirken.
Ich hatte gute Briefe und Protektionen, und ſo ward es mir geſtattet, bei dem Auszuge aus Mailand mit dem Hauptquartier ziehen zu dürfen; ich ward zur Dispoſition geſtellt, um mich ſpäter einem Truppenkörper, bei dem es gerade an Aerzten fehle, an⸗


