Siebenzehntes Kapitel.
zuſprechen, ehe wir uns überzeugt, welcher Hand wir die Leitung unſerer Republik anvertrauten.“
„So müſſen wir eine Revolution unternehmen!“ ſagte wichtig der dicke Herr mit der rothen Naſe—„einen Staatsſtreich— wir müſſen uns in den Beſitz des Leimtopfes ſetzen und auf dieſe Art die Embleme der höchſten Gewalt in die Hände bekommen; alsdann können wir unſer Oberhaupt ſtürzen und eine neue Regierung ein⸗ führen.“
„Keine Tyrannei!“ rief der Regierungsrath,„Befolgung der Geſetze, ſo lange uns das gut däucht; aber keine Tyrannei! das muß aufhören.“
„Ja wohl,“ ließ ſich die Stimme des luſtigen Raths verneh⸗ men.„Alles das nimmt ein Ende, ſo ſagt der Teufel am Buß⸗ und Bettage.“
„Verehrteſte Freunde— wertheſte Leimſieder!“ nahm der Präſident das Wort;„glaubt nicht, daß mich eure Drohungen er⸗ ſchrecken— ich fühle eine Armee in meiner Fauſt.“— Hier faßte er den Stiel des Leimtopfes.—„Ihr ſeht, ich bin im Beſitze der vollkommenſten Macht; und nur, weil ich in dieſem Beſitze bin,
weil ich die Kraft in mir fühle, die Rebellion kräftig niederzu⸗ ſchlagen, will ich mich herablaſſen, mit den Häuptern derſelben zu capituliren.
„Das läßt ſich hören!“ riefen mehrere Stimmen.
„Ihr verlangt von mir,“ fuhr der Präſident fort,„ich ſoll in den Riß treten, wenn in eurer Unterhaltung eine Breſche entſteht; ich habe das ſchon ſehr häufig gethan.“
„Hört! hört!“ rief der dicke Herr mit der rothen Naſe.
„Ich that das ſchon ſehr häufig,“ wiederholte nachdrücklich der Präſident;„aber Alles hat ein Ende, und es ſcheint mir, verehrte
Leimſieder! ihr ſeid der ſüßen Abſicht, euch ganz auf euren Präſi⸗ denten zu verlaſſen, die Laſt der Unterhaltung auf meine Schultern zu ſchieben. Wohlan denn! damit ihr ſeht— es iſt nur für künf⸗


