246 Siebenzehntes Kapitel.
flaſchen, und auch eine Speiſekarte fehlte nicht, durch deren Hülfe hungrige Leimſieder zu einem ſoliden Nachteſſen kommen konnten.
„In meinem ganzen Leben,“ ſprach Eugen nach einer Pauſe zum Präſidenten,„habe ich keine Ahnung von der Exiſtenz der Geſellſchaft gehabt; ich würde wahrhaftig keinen Augenblick ge⸗ zaudert haben, mich zum Nitgliede einer ſo würdigen Verbrü⸗ derung vorſchlagen zu laſſen. Es iſt eigentlich ſchändlich von meinem luſtigen Rathe, daß er mich nicht früher hievon in Kennt⸗ niß geſetzt.“
„Derſelbe würde in dieſem Falle ein großes Verbrechen be⸗ gangen haben,“ ſagte der Doktor;„er hat ſchon viel gewagt, daß er Sie hieher brachte: denn wenn man einen Gaſt einführt, von dem man nicht überzeugt iſt, daß er der Geſellſchaft convenirt, ſo wird dies an dem Einführenden auf'’s Strengſte beſtraft.“
„Aber man muß doch wenigſtens eine Ahnung vom Daſein einer Geſellſchaft haben, ehe man ſich zum Mitgliede derſelben melden kann!“
„Man muß dahin vom Geiſte getrieben werden,“ entgegnete der Präſident,„man muß ſich im allgemeinen Getriebe der Menſch⸗ Pheit entſetzlich langweilen, und in dieſem Falle hat ein Mitglied der Geſellſchaft das Recht, den Gelangweilten zum Leimſieder vor⸗ zuſchlagen.“
„Und daß dies bei dir wahrhaftig nicht der Fall war,“ bemerkte der luſtige Rath,„ſo fand ich es niemals gerechtfertigt, dich hie⸗ her zu bringen; du haſt dich meines Erachtens nie ſichtlich gelang⸗ weilt; auch bin ich ſelbſt noch ein ſehr junges Mitglied.“
—„Es iſt eigentlich nicht ſchmeichelhaft für mich,“ verſetzte Eugen lachend,„daß dich die Langeweile hieher geführt. Ich hatte ge⸗ hofft, du findeſt meine Geſellſchaft amuſanter.“
„Verliebte Leute ſind immer langweilig,“ ſagte der luſtige Rath mit leiſer Stimme. Der Präſident dieſer ehrenwerthen Geſellſchaft führte das


