Siebenzehntes Kapitel.
Stellvertreter des erſten Vicedirektors, zur feierlichen Aufnahme zu ſchreiten.
Die Lampe auf dem Tiſche und über derſelben die dampfende Flüſſigkeit, die ſich als kochender Leim ergab, wurde vor den Prä⸗ ſidenten gerückt, der dieſen Leim eigenhändig viermal herum rührte. Daſſelbe thaten alle Anweſenden, und darauf bot der Stellvertreter des erſten Vicedirektors dem Sekretär der Leimſudia einen kleinen Löffel des kochenden Leims, welchen dieſer würdige Beamte auf zwei Gläſer Waſſer vertheilte, die vor ihm bereit ſtanden, ſo daß durch dieſe Manipulation ein ſchwaches Leimwaſſer entſtand. Die⸗ ſes wurde den nen Aufgenommenen durch den erſten und zweiten Kaſſier überreicht, und als Herr Knick und Herr Wedel nach eini⸗ gem Zögern dieſes Getränke hinunter gewürgt hatten, waren ſie aufgenommen in die Leimſudig und konnten ſich als wirkliche und ordentliche Mitglieder betrachten.
Eugen Stillfried als Gaſt bekam nun ebenfalls, aber eine weit kleinere Portion Leimwaſſer, worauf der Präſident eine ſehr ſchöne Rede hielt, aus welcher wir ungefähr behalten haben, daß es der Zweck der Geſellſchaft ſei, durch Langweil zur Kurzweil zu dringen. So lange aber die letztere nicht zum Durchbruch kam, blieb jene Lampe unter dem kochenden Leim die einzige Be⸗ leuchtung des Gemaches, und dann hatten ſämmtliche Beamte der Geſellſchaft— ſie beſtand nämlich nur aus Beamten— die Verpflichtung, abwechſelnd den Leim umzurühren, damit er nicht anbrenne. Sobald aber der Präſident an der Unterhaltung merkte, daß ſie einen regen Aufſchwung erhalte, ſo nahm er den kochenden Leim von der Lampe herunter und ließ durch den Kellner Lichter bringen; fing aber nach dieſem Verfahren die Unterhaltung wie⸗ der an, ſchläfrig und leimig zu werden, ſo löſchte er die Lichter wieder aus, und der Leim begann auf's Neue zu kochen und zu brodeln. 39 1 Eine Ausnahme von dieſer allgemeinen Regel machte, wie


