Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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242 Siebenzehntes Kapitel.

wenn man nicht von der tief dunkeln Straße gekommen wäre, man gar nichts geſehen hätte; das Ganze nahm ſich aus wie der Auf⸗ enthalt der heiligen Vehme. An einem langen Tiſche ſaßen zehn bis zwölf Herren, deren Geſtalten man nur in den undeutlichſten Umriſſen ſah. Auf dieſem Tiſche war nämlich nur ein einziges Lämpchen aufgeſtellt, und daſſelbe brannte obendrein in einem blechernen Gehäuſe; es ſah aus wie ein Apparat, auf welchem man warmes Waſſer zu kochen pflegt.

unſere vier Ankömmlinge ließen ſich auf ebenſo viele Stühle am unteren Ende des Tiſches nieder, und darauf erhob ſich der ehemalige Schulmeiſter und bat um das Wort.

Dieſes wurde ihm von jeuer tiefen Stimme, die vorhin„He⸗ rein“ gerufen, ertheilt. 3

„Hochanſehnliche Verſammlung!“ ſagte Herr Sidel,„Mitglie⸗ der der Leimſudia! Mit Erlaubniß der hohen Geſellſchaft ſchlug ich vor vier Wochen meine beiden Freunde, die Herren Knick und We⸗ del, zu Mitgliedern vor. Während dieſer Zeit bemühte ich mich auf’s Sorgfältigſte, den Charakter der eben Genannten zu prüfen, und fand in ihnen zu meiner großen Beruhigung erſtaunliches Ta⸗ lent zur Langeweile, ja, meine Herren, alle bis dahin noch unent⸗ wickelte Erferderniſſe, um es mit der Zeit zu einem tüchtigen Leimſieder zu bringen.— Den benannten Vorgeſchlagenen verfehlte ich nicht, einen ſehr richtigen Begriff von unſerer ehrenwerthen Verbrüderung beizubringen, und ſie fühlen die Kraft in ſich, allen Verpflichtungen, welche ihnen als Mitgliedern der Leimſudia auf⸗ erlegt werden, auf's Gewiſſenhafteſte nachzukommen.“

„Iſt das Ihr feſter Wille?“ fragte die tiefe Stimme; worauf die Herren Knick und Wedel antworteten:

„Ja, es iſt unſer feſter Wille!“

„In dieſem Falle erſuche ich meinen Herrn Kollegen und erſten Vicedirektor, die gewöhnlichen Fragen an die Neuaufzunehmenden zu thun.“