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Die Geſellſchaft Leimſudia. 241
waren, erweiterte ſich die Gaſſe zu einem Hofe, in welchem man in ziemlich undeutlichen Umriſſen große Fäſſer erblickte und daneben aufgethürmtes Holz, alte Kiſten und Erdhaufen. Ein kleiner Licht⸗ ſchimmer verrieth ein Hintergebäude und in demſelben eine Thüre, auf welche Herr Sidel losſteuerte.
„Wir ſind zur Stelle!“ ſagte er jetzt; und hinter der Thüre hörte man lautes Lachen und das Geräuſch mehrerer Stimmen.
„Ehe wir eintreten, ſage mir vor allen Dingen,“ wandte ſich Eugen an ſeinen Führer,„werde ich als Mitglied eingeführt oder als Gaſt?“
„Auf alle Fälle nur als Gaſt,“ entgegnete wichtig Herr Sidel; „um Mitglied dieſer ehrenhaften Geſellſchaft zu werden, muß man dieſelbe öfters beſuchen, man muß vorgeſchlagen, man muß ge⸗ prüft ſein.“
„Alſo eine Art Freimaurerei?“ ſagte lachend Eugen.
„Nenne es, wie du willſ, aber halte jetzt dein Maul!“— Er öffnete leiſe die Thüre des Hinterhauſes, vor dem ſie ſtanden, und ſie traten in ein Vorzimmer, das zugleich als Garderobe benützt wurde. Hier ſtanden ſehr anſtändige Regenſchirme, zierliche Stöcke und gute Hüte, woraus Eugen den vernünftigen Schluß zog, daß die Leimſudia, gegen ſeine bisherige Erwartung, aus ſehr anſtän⸗ digen Mitgliedern der bürgerlichen Geſellſchaft beſtände.
Aus dieſem Vorzimmer führte eine andere Thüre in das Ge⸗ mach, wo ſich die Geſellſchaft zu befinden ſchien. Herr Sidel öffnete ein kleines Loch in derſelben, legte ſeinen Mund daran und meldete in das Geſellſchaftszimmer, er ſei da, mit ihm die beiden
aufzunehmenden Mitglieder, Herr Knick und Herr Wedel, und zu⸗
gleich als Gaſt Herr Eugen Stillfried. „Schön, ſie mögen kommen!“ antwortete eine tiefe Stimme. Jetzt öffnete ſich die Thüre, und man ſah ein ziemlich großes Gemach, das außerordentlich mäßig erhellt war, ſo mäßig, daß⸗ Hackländers Werke. X. 16


