Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Siebenzehntes Kapitel.

lich, und jeder gibt ſich die größte Mühe, dies mit ſich und An⸗ deren zu thun. Hiedurch aber entſteht nun gewöhnlich das Gegen⸗ theil. Wenn auch Anfangs Alles gut geht, ſo dauert es doch nicht lange, und die Unterhaltung eilt zu Thüre und Fenſter hinaus, und dadurch wird man langweilig.— Wir haben das nun bei der Leimſudia ganz anders angegriffen: wir wollen uns laugweilen, es iſt Pflicht jedes talentvollen Leimſieders, ſo langweilig wie möglich zu ſein, und durch dieſes Beſtreben zur Unterhaltung durchaus nichts beizutragen, amuſiren wir uns und ſind unſere Verſammlungen oftmals vom beſten Humor erfüllt.“

„Eine große Idee!“ ſagte lachend Eugen.„Aber auf welche Art beſtrebt ihr euch, langweilig zu ſein?“

„Das wirſt du noch alles erleben,“ entgegnete der luſtige Rath.„Siehe da! wir ſind am Lokal der Leimſudia angelangt, wir treten jetzt in dieſe erlauchte Geſellſchaft; ich bitte dich aber inſtändigſt: mache mir keine Schande und führe dich ordentlich auf.“

„Ich will gähnend eintreten,“ ſagte Eugen.

„Auch nicht ſo übel!“ meinte Herr Sidel und blieb vor einem kleinen Thorwege ſtehen.

Es war dies eigentlich weniger ein Thorweg, als eine kleine

ſchmutzige Gaſſe, welche durch zwei, einige Fuß von einander ſtehende Häuſer gebildet wurde, in einer einſamen Straße, weit vom Mittelpunkte der Stadt entfernt.

Dieſe Gaſſe war nur in ſo weit erhellt, als eine der letzten Gaslaternen einen kleinen Lichtſtrahl hineinfallen ließ. Wohin aber dieſe Gaſſe eigentlich führte, konnte ein Uneingeweihter durch⸗ aus nicht ergründen, da ihr Ende in undurchdringliche Finſterniß gehüllt war.

„Ich bitte um den Gänſemarſch!“ ſagte Herr Sidel und ſchritt, mit den Händen tappend, voran. Ihm folgte Eugen, dieſem Herr Knick, dann kam Herr Wedel. 3 Nachdem ſie ſolchergeſtalt ein paar Minuten fortgewandelt