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Die Geſellſchaft Leimſudia. 239
ich weiß mir zu helfen— ich ſtelle dich als einen Künſtler vor, einen Künſtler, dem es nämlich gelang, meine bewährte und außer⸗ ordentliche Erziehungs⸗Methode vollkommen zu Schanden zu machen.“
„Deß bin ich zufrieden,“ ſagte Eugen,„gehen wir!— Aber während wir ſo langſam dahin ſchlendern, könnteſt du mir etwas Näheres über das Weſen, ſowie die Zuſammenſtellung dieſer mir bis jetzt gänzlich unbekannten Geſellſchaft mittheilen.— Wann iſt ſie gegründet worden? wer iſt ihr Stifter— wie heißt ſie?“
„Ich darf mich kühn zu den Stiftern dieſer Geſellſchaft zählen, verſetzte ſtolz der ehemalige Schulmeiſter.„Ihren Zweck habe ich dir vorhin ſchon geſagt: ſich nämlich einige Stunden zu amuſiren. Die Geſellſchaft heißt:„Die Leimſudia.““
„Die Leimſudia?“ fragte erſtaunt Eugen;„und ſo nennen ſich ihre Mitglieder wohl Leimſieder?“
„Leimſieder in der edelſten Bedeutung dieſes Wortes,“ entgeg⸗ nete der luſtige Rath außerordentlich würdevoll und erhaben.„Da ich aber dein Staunen ſehe,“ fuhr er mit erhobener Stimme fort, „und da ich es mir trotz deiner Unverbeſſerlichkeit beſtändig ange⸗ legen ſein laſſe, den Kreis deines Wiſſens zu erweitern, ſo will ich dich einen Blick in die Stiftungs⸗Urkunde der Leimſudia thun laſſen.“
Dafür werde ich dir ſehr verbunden ſein, edler Leimſieder!“ ſagte Eugen.
„Du weißt,“ begann wichtig der luſtige Rath,„daß geſchloſſene Geſellſchaften überhaupt bei ihrer Stiftung gewöhnlich einen Zweck haben.“
„Ein unerhört weiſer Eingang!“ lachte der Andere.
„Dieſer Zweck,“ fuhr der ehemalige Schulmeiſter fort,„iſt nun gewöhnlich bei ähnlichen Geſchichten ein rein geſellſchaftlicher; man ſindet ſeine Bekannten, man ißt, man trinkt, man raucht, man liest Journale, man hört langweilige Conzerte, man geht auf noch lang⸗ weiligere Bälle— kurz, man will ſich amuſiren, ſo gut wie mög⸗


