238 Siebenzehntes Kapitel.
— ich will dich begleiten, das heißt vorausgeſetzt, die Herren Knick und Wedel haben nichts dagegen einzuwenden.“
Beide genannte Herren verbeugten ſich auf's Höflichſte und verſicherten, ſie befänden ſich in der Begleitung ihres langjährigen Bekannten, des Herrn Sidel, und wenn das auch nicht der Fall wäre, das heißt, wenn der Herr Sidel ſich in ihrer Begleitung befände, ſo würden ſie es ſich doch zur allergrößten Ehre rechnen, in Geſell⸗ ſchaft des Herrn Stillfried erſcheinen zu können.
Eugen dankte den beiden Herren für ihre außerodentliche Freund⸗ lichkeit und ſagte alsdann zu ſeinem Mentor:„Alſo du biſt der Rädelsführer? Nun, wo geht's denn eigentlich hin, kann man euch begleiten oder nicht?“
Der luſtige Rath ſtellte ſich bei dieſer Frage mit geſpreizten Beinen mitten auf die Straße,— eine Stellung, wodurch ſein kur⸗ zer, dicker Körper durchaus nicht den majeſtätiſchen Anblick, wie ge⸗ wöhnlich, darbot; dabei legte er den Zeigefinger an die Naſe und ſprach:„Es wird ſehr ſchwer gehen, daß man dich mitnimmt; wir ſind gerade im Begriff, uns in das Lokal der geſchloſſenen Geſell⸗ ſchaft einer geheimen Verbrüderung zu begeben.“
„Was Teufel,“ ſagte Eugen,„ein geheimer Club— etwas Po⸗ litiſches— eine kleine Verſchwörung?— Nimm dich in Acht, Herr Rath! Ich kenne den großen Richter in Iſrael; wenn du dem zu⸗ fällig unter die Finger geräthſt, ſo erhältſt du eine Wohnung an⸗ gewieſen, in der man dich bis zu deinem hohen Alter frei beherber⸗ gen und verköſtigen wird.“
„Es handelt ſich durchaus nicht um Politik,“ erwiderte der ehemalige Schulmeiſter.„Die Geſellſchaft, in die wir uns begeben, iſt eine harm⸗ und zwangloſe; der einzige Zweck derſelben iſt, ſich einige Stunden zu amuſiren und Univerſitäts⸗ wie andere Freunde wieder zu finden. Du findeſt dort nur Gelehrte und Künſtler; und aus dem einfachen Grund, weil du weder das Eine noch das An⸗ dere biſt, nehme ich einen Anſtand, dich dorthin zu führen. Doch
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