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Unterredungen verſchiedener Art. 53
Ihr wißt doch, Frau Schoppelmann, daß unſere Herrſchaft die Erdbeeren außerordentlich liebt.— Sie ſind doch für uns?— Nanett, nimm der Frau die Erdbeeren ab!“
Die Gemüſehändlerin aber wehrte das Stubenmädchen mit der Hand von ſich ab und erwiderte:„Dieſe Erdbeeren ſind für Euch und nicht für Euch, wie man will, d. h. ich habe ſie allerdings für die Frau Staatsräthin beſtimmt, doch will ich ſie ihr zum Ge⸗ ſchenk machen, möchte ſie aber auch dafür ſelbſt übergeben.“
„Ah, das iſt was Anderes!“ entgegnete die Köchin;„dann müßt Ihr Euch hinauf bemühen, Frau Schoppelmann, die Frau Staatsräthin ſind oben in ihren Zimmern.“
„Und will der Herr Jakob die Freundlichkeit haben, mich der Herrſchaft droben anzumelden?“ ſagte die Gemüſehändlerin und machte den Verſuch, ihren breiten Kopf auf dem dicken Halſe nach dem alten Bedienten, der faſt hinter ihrem Rücken ſaß, herumzu⸗ drehen. Doch gelang ihr dies nur unvollkommen, vielmehr beſiel ſie bei dieſer unnatürlichen Bewegung ein heftiger Huſten, den Jakob achtungsvoll für die alte Bekannte ruhig vorübergehen ließ und in dieſer Zwiſchenzeit aus ſeiner ſilbernen Doſe abermals eine Priſe nahm.
„Ah, geh' Sie nur hinauf,“ meinte freundlich und ſehr herab⸗ laſſend die Köchin,„die Frau Staatsräthin wird ſich ein Vergnügen daraus machen, Sie einen Augenblick zu ſehen.“
„Wer weiß?“ ſagte pfiffig lächelnd die dicke Frau und erhob ſich mühſam von ihrem breiten Stuhle.
Jakob ging ihr voraus, und Beide ſtiegen die Treppen des ſtillen Hauſes hinauf.
Drunten in der Küche huſtete der alte Kutſcher, pickte die Schwarzwälderuhr und klopfte die Köchin ihr Fleiſch. Das hörte man noch auf der Treppe, die in den erſten Stock führte; war man aber dort oben angekommen, ſo vernahm man von allem
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