Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Viertes Kapitel.

habe ich zufällig unſeren jungen Herrn geſehen.“— Und auf dieſes Wort hin legte die Köchin ihre Arbeit aus der Hand und ſchaute fragend auf den alten Bedienten.

„Ja, geſtern bin ich ihm begegnet,“ fuhr dieſer fort,„es iſt doch Jammerſchade um den Herrn.“

„Jammerſchade?“ ſagte die Köchin leidenſchaftlich;„o es iſt herzzerreißend, wenn man von guten Bekannten hört, was der un⸗ glückliche Menſch für Streiche treibt, und ich kann Euch verſichern, man muß viel über ihn hören! Du gerechter Gott, was wäre aus dem Herrn nicht alles geworden, wenn der ſelige Staatsrath am Leben geblieben wäre! es gab kein folgſameres und geſcheidteres Kind, als den kleinen Eugen. Und wenn man jetzt hört, was ſie alles in der Stadt über ihn ſagen, da muß es einem ordentlich weh thun, daß man ihn einmal gekannt.“

„Dummes Geſchwätz!“ brummte Jakob;„nun ja, man ſpricht genng über ihn, aber was kann man denn ſo Böſes von ihm ſagen? Jugend hat keine Tugend, und ein junger Menſch, der mit vierundzwanzig Jahren über zehntauſend Gulden jährlich zu befehlen hat, ſchlägt leicht über alle Stränge. Das iſt einmal nicht anders. Und was ihr Frauenzimmer einander erzählt, das iſt gar nicht einmal der Rede werth. Wenn er auch hie und da einem Mädel nachlauft, pah! darum drehe ich keine Hand um.“

„Nun, recht iſt das doch gerade auch nicht,“ antwortete die alte Köchin. 4

„Aber das Schlimmſte iſt,“ ſagte Martin,„daß er nichts

thut und nichts treibt, daß er all' das Viele, was er gelernt.

hat, wieder vergißt, und daß er kein ordentliches Geſchäft anfängt, ſondern ſein Geld auf eine wirklich erſchreckende und leichtſinnige Art durchbringt. Zehntauſend Gulden jährlich, die alle in den Wind hi aus gehen, und er hat nicht einmal Wagen und Pferde!“

wie Blutegel an ihm hangen und ihn förmlich

Aber r deſto mehr gute Freunde,“ verſetzte bitter lachend

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