Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Drittes Kapitel.

Kinde ſehen.— Brauchen Sie ſonſt was, Jungfer Strebeling? etwas Obſt?“ „Nur einige Blumen,“ ſagte die zarte alte Jungfer,„und die

will ich mir ſelbſt bei der Katharine holen.“

Damit ſchwebte ſie zur Thüre hinaus.

„Das wird ſie recht freuen!“ rief ihr die Gemüſehändlerin nach. Dann verſchloß ſie ihre Schränke, band ſſich eine friſche weiße Schürze vor, rief ihrem Sohne, dem Fuhrmann, in den Stall hinein, er ſolle recht auf das Haus Acht haben, und ging alsdann auf den Markt und ihren Geſchäften nach.

Wohin ſie unter anderem ging und worin dieſe Geſchäfte be⸗ ſtanden, wird der geneigte Leſer im nächſten Kapitel erfahren.

Viertes Kapitel.

Worin neue Perſonen vorkommen, wie das zu Anfang einer Geſchichte meiſtens der Fall iſt, auch Unterrerungen verſchiedener Art, jungen Leuten auf's Beſte zu empfehlen.

In der Steinſtraße derſelben Reſidenz, von der wir in den vorigen Kapiteln ſprachen, ſtand ein altes, ehrwürdiges Haus, welches das ſeltene Glück oder Schickſal gehabt hatte, daß es ſeit unvordenklichen Zeiten, wo es entſtanden, derſelben Familie, deren Stammrvater es erbaut, verblieben war.

Es ſah aber auch außerordentlich ſtolz und reſpektabel aus dieſes Gebäude. Vorn an der Straße präſentirte es einen rieſen⸗ haften Giebel, der mit zackigen Seitenwänden und in den kühnſten Schnörkeln bis zur Spitze hinauf ſtieg, wo eine große, ſeltſam geformte Wetterfahne das Ganze krönte. Das Haus war von unten bis oben maſſiv aus Stein gebaut, hatte unten kleine ver⸗

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„1.